Druckartikel: Rückruf bei VW, Audi, Seat und Skoda: Wie eine rostige Schraube zum Sicherheitsrisiko wurde

Rückruf bei VW, Audi, Seat und Skoda: Wie eine rostige Schraube zum Sicherheitsrisiko wurde


Autor:

Deutschland, Samstag, 26. Sept. 2026

VW, Audi und Seat rufen Autos wegen einer korrosionsgefährdeten Schraube am Lenkgetriebe zurück. Modelle, Codes, Bauzeiträume und Skoda-Stand im Überblick.
Der VW-Konzern ruft zahlreiche Autos der Marken Volkswagen, Audi und Seat zurück. Auch Skoda soll betroffen sein. (Symbolfoto)


Bei den Rückrufen geht es um eine Befestigungsschraube am Lenkgetriebe. Feuchtigkeit und beispielsweise Streusalz können das Bauteil angreifen. Bei einigen Modellen könnte eine korrosionsanfällige Schraube verbaut worden sein.

Besonders kritisch ist, dass diese Schraube während der Fahrt wiederholt belastet wird – etwa beim Lenken, Bremsen oder beim Überfahren von Schlaglöchern. Mit fortschreitender Korrosion kann ihre Belastbarkeit abnehmen. Reißt der Schraubenkopf ab, ist das Lenkgetriebe laut einem Bericht von „auto motor und sport“ zunächst nur noch an einem weiteren Punkt mit dem Vorderachsträger verbunden. Bei hoher Belastung kann anschließend auch das Gehäuse des Lenkgetriebes Schaden nehmen. Im schlimmsten Fall lässt sich das Fahrzeug dann nicht mehr lenken.

Wie groß ist das Risiko – und darf man weiterfahren?

Ein VW-Sprecher erklärte am Freitag, es bestehe keine unmittelbare Gefahr und betroffene Fahrzeuge könnten bis zum Werkstatttermin weiter genutzt werden. Nach Angaben des KBA waren bis dahin keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Mangel bekannt.

Medienberichten zufolge kann die Schraube insbesondere bei hoher Belastung beansprucht werden – zum Beispiel beim Einparken oder langsamen Rangieren mit stark eingeschlagenem Lenkrad. Unabhängig davon gilt: Verhält sich die Lenkung ungewöhnlich oder erscheint eine Warnmeldung, sollte man an einem sicheren Ort anhalten und das Fahrzeug prüfen lassen, bevor man weiterfährt.

Welche VW-Modelle sind betroffen?

  • Der VW-Rückruf betrifft laut KBA Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy. Der genannte Produktionszeitraum reicht vom 24. September 2013 bis zum 1. Juli 2024.
  • Volkswagen-Aktionscode: 48VS
  • KBA-Referenz: 17016R

Potenziell betroffene Fahrzeuge: weltweit 2.159.054, davon 895.832 in Deutschland

Audi-Rückruf: Diese Angaben gelten für den Q3

  • Bei Audi ist der Q3 in der Rückrufdatenbank aufgeführt. Betroffen sein können Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 31. Oktober 2017 bis 23. Mai 2024.
  • Audi-Aktionscode: 48LG
  • KBA-Referenz: 17014R

Potenziell betroffene Fahrzeuge: weltweit bis zu 696.547, davon 58.555 in Deutschland

Auch Seat Ateca und Tarraco in der Rückrufaktion

  • Neben VW und Audi sind laut KBA auch die Seat-Modelle Ateca und Tarraco von einer eigenen Rückrufaktion erfasst.
  • Für die beiden Baureihen wird ein Produktionszeitraum von April 2016 bis September 2024 genannt.
  • Seat-Aktionscode: 48T7
  • KBA-Referenz: 17017R

Potenziell betroffene Fahrzeuge: weltweit bis zu 66.224, davon 43.574 in Deutschland

Was ist mit Skoda?

Mehrere Medien berichten, dass auch Skoda-Fahrzeuge betroffen sein könnten. In diesen Berichten ist von weltweit etwa einer Million potenziell betroffenen Autos die Rede. In den von der Redaktion geprüften KBA-Rückrufmeldungen waren am Samstagvormittag, 26. September 2026, jedoch noch keine konkreten Skoda-Modelle oder eine dazugehörige KBA-Referenz für diese Aktion bestätigt.

So prüfen Sie, ob Ihr Auto zurückgerufen wird

Der angegebene Produktionszeitraum bedeutet nicht, dass jedes Auto des jeweiligen Modells betroffen ist. Ausschlaggebend ist die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN). Modelljahr und Erstzulassung reichen für eine sichere Prüfung nicht aus.

  • FIN bereitlegen: Die 17-stellige Nummer steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I und ist außerdem am Fahrzeug angebracht. Bei vielen VW- und Audi-Modellen ist sie auch durch ein Sichtfenster an der Windschutzscheibe erkennbar.
  • Beim Hersteller nachfragen: VW-, Audi- und Seat-Servicebetriebe können anhand der FIN prüfen, ob eine offene Rückrufmaßnahme vorliegt. Skoda-Halter wenden sich für eine Prüfung an Skoda.
  • Aktionscode nennen: VW 48VS (KBA 17016R), Audi 48LG (KBA 17014R) oder Seat 48T7 (KBA 17017R).
  • Werkstatttermin abstimmen: Ist das Fahrzeug betroffen, das weitere Vorgehen mit dem Hersteller oder einer autorisierten Werkstatt vereinbaren.

Was wird in der Werkstatt repariert?

Als Abhilfe ist laut KBA vorgesehen, die betroffene Befestigungsschraube gegen eine korrosionsbeständigere Ausführung auszutauschen. Rückrufarbeiten sind in der Regel kostenfrei. Fahrzeughalter sollten den genauen Ablauf und den Werkstatttermin mit dem jeweiligen Servicebetrieb klären.

(che)