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38 Euro Zuschuss pro Monat für Rentner - viele kennen ihn noch nicht


Autor: Alexander Böhm

Deutschland, Mittwoch, 03. Juni 2026

Viele Rentner mit kleiner Rente können eine monatliche Unterstützung von 38 Euro erhalten. Der private Zuschuss wird vom Verein Ein Herz für Rentner e.V. vergeben und funktioniert anders als staatliche Hilfen.
Der Verein "Ein Herz für Rentner e.V." bietet Senioren in Deutschland ab 66 Jahren einen privaten Rentenzuschuss von 38 Euro monatlich an, um finanzielle Engpässe zu lindern.


Ein Zuschuss von 38 Euro für Rentner klingt zunächst nach einer staatlichen Leistung, tatsächlich steckt dahinter aber eine private Patenschaft des Vereins „Ein Herz für Rentner“. Das Angebot richtet sich an Seniorinnen und Senioren mit kleiner Rente. Entsprechend unterscheiden sich Antrag, Prüfung und Auszahlung deutlich von gesetzlichen Sozialleistungen.

38 Euro monatlich für Rentner: Woher kommt das Geld?

Bei dem monatlichen Zuschuss von 38 Euro handelt es sich weder um eine Rentenerhöhung noch um eine Leistung der Deutschen Rentenversicherung. Nach Angaben von Ein Herz für Rentner e.V. wird der Betrag im Rahmen einer Patenschaft ausgezahlt. Der Antrag wird direkt beim Verein gestellt – nicht bei einer Behörde.

Wichtig ist vor allem dieser Unterschied: Aus der Patenschaft ergibt sich kein automatischer Rechtsanspruch. Anders als bei staatlichen Leistungen wie Grundsicherung im Alter, Wohngeld oder Zuschüssen zur Krankenversicherung entscheidet der Verein nach eigenen Kriterien. Ob die Unterstützung bewilligt wird, hängt daher sowohl von der Prüfung des Antrags als auch von den verfügbaren Spendengeldern ab.

Für Betroffene kann der Betrag im Alltag dennoch eine spürbare Entlastung sein. Hochgerechnet ergeben 38 Euro im Monat bis zu 456 Euro im Jahr, sofern die Zahlung dauerhaft erfolgt. Dennoch sollte der Zuschuss nicht mit einer staatlichen Rentenleistung verwechselt werden, da er freiwillig vergeben wird.

Wer kann den Rentenzuschuss beantragen?

Nach Angaben von "Ein Herz für Rentner" richtet sich die Hilfe an Senioren ab 66 Jahren, die in Deutschland leben. Außerdem musst du eine deutsche Alters- oder Witwenrente beziehen. Als Richtwert nennt der Verein eine monatliche Rente zwischen 500 und 1300 Euro.

Eine Sonderregel gilt für Frauen ab 70 Jahren, die mindestens zwei Kinder großgezogen haben. Für sie gilt die genannte Mindestrente von 500 Euro laut Verein nicht. Damit berücksichtigt der Verein auch Lebensläufe, in denen Familienarbeit die spätere Rentenhöhe beeinflusst hat.

Der Antrag hängt aber nicht nur von der Rentenhöhe ab. Der Verein verlangt zudem, dass du Grundsicherung im Alter oder Wohngeld bekommst oder zumindest beantragt hast. Wenn du deinen Anspruch prüfen lassen möchtest, solltest du zunächst klären, ob dir solche staatlichen Leistungen zustehen.

Wie kannst du den Zuschuss beantragen?

Wenn du den Rentenzuschuss beantragen möchtest, brauchst du mehr als nur deine Rentenhöhe. Der Verein fragt auch nach deinem Wohnsitz, früherer Berufstätigkeit und persönlicher Lage. Auch Krankheit, Behinderung, Vermögen oder Eigentum können bei der Einzelfallprüfung eine Rolle spielen.

Zu den Unterlagen gehören in der Regel der Rentenbescheid, ein Ausweis und Nachweise über Wohngeld oder Grundsicherung. Wenn dein Antrag auf staatliche Hilfe noch läuft, solltest du auch diesen Nachweis bereithalten. Besondere Belastungen, etwa Pflegekosten oder krankheitsbedingte Ausgaben, solltest du ebenfalls dokumentieren.

Das Formular findest du direkt bei Ein Herz für Rentner e. V. Angehörige können dich bei deinem Antrag unterstützen, sollten dabei die Angaben aber vollständig und korrekt übernehmen. Je sauberer die Nachweise sind, desto nachvollziehbarer wird deine wirtschaftliche Lage.

Warum kennen viele Rentner diesen Zuschuss nicht?

Der Zuschuss erscheint nicht im Rentenbescheid, weil er nicht Teil der gesetzlichen Rente ist. Die Rentenversicherung informiert vor allem über staatliche Ansprüche, während private Vereinshilfen außerhalb dieses Systems laufen. In amtlichen Schreiben erfährst du deshalb nicht automatisch von dieser Vereinspatenschaft.

Hinzu kommt, dass Begriffe wie Rentenzuschuss oder Rentenaufstockung sehr unterschiedlich verwendet werden. Gemeint sein können private Hilfen, Wohngeld, Grundsicherung, Grundrentenzuschlag oder der Zuschuss zur Krankenversicherung. Die Deutsche Rentenversicherung erklärt den Zuschuss zur Krankenversicherung für Rentner gesondert.

Auch andere Organisationen helfen Senioren mit kleiner Rente, aber nicht immer mit denselben Beträgen. Die Lichtblick Seniorenhilfe nennt etwa eine Patenschaft von 35 Euro zur freien Verfügung. Du solltest solche Angebote getrennt prüfen, damit du die für dich beste Unterstützung findest.

Welche weiteren Leistungen solltest du prüfen?

Wenn dein Einkommen niedrig ist, solltest du neben privaten Hilfen auch staatliche Ansprüche prüfen. Die Deutsche Rentenversicherung informiert über die Grundsicherung im Alter. Diese Leistung läuft über das Sozialamt und kann helfen, wenn deine Rente nicht für den Lebensunterhalt reicht.

Auch Wohngeld kann für Rentner infrage kommen, wenn die Wohnkosten im Verhältnis zum Einkommen hoch sind. Das Bundesbauministerium informiert über das Wohngeld-Plus. Anders als die private Patenschaft ist Wohngeld eine staatliche Leistung, die nach festen Berechnungsregeln geprüft wird.

Für dich heißt das: Der 38-Euro-Zuschuss kann eine zusätzliche Hilfe sein, ersetzt aber keine vollständige Prüfung deiner Ansprüche. Prüfe deinen Rentenbescheid, deine Mietkosten, deine Krankenversicherung und vorhandene Bescheide, bevor du Anträge stellst. So kannst du herausfinden, welche Sozialleistungen, privaten Zuschüsse und Möglichkeiten zum Aufstocken der Rente für dich grundsätzlich infrage kommen.