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Zusatzversicherung für die Gesundheit: Wann sie sich wirklich lohnt


Autor: Elisabeth von Sydow

Deutschland, Samstag, 19. Sept. 2026

Zusatzversicherung für die eigene Gesundheit: Wann sich Zahnzusatz, Chefarztbehandlung und Co. wirklich lohnen und welche Policen für Gesundheit sowie Finanzen sinnvoll sind.


Zahnzusatz, Chefarztbehandlung oder Einzelzimmerbelegung: Eine Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenversicherung kann sinnvoll sein – aber längst nicht jede Police lohnt sich für jeden.

Welche Versicherungen wirklich einen Mehrwert bieten und worauf man beim Abschluss achten sollte, erklären wir in diesem Ratgeber.

Welche Zusatzversicherungen sind wirklich notwendig?

Nicht jede Zusatzversicherung ist für jeden sinnvoll. Dr. Peter Grieble von der Verbraucherschutzzentrale Baden-Württemberg rät gegenüber der Apotheken-Umschau, vor dem Abschluss einer Police genau zu prüfen, welche persönlichen Risiken und Gesundheitsbedürfnisse Sie haben. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bietet bereits eine solide Grundversorgung, deckt aber nicht alle Leistungen ab.

Besonders wichtig ist es, zunächst die existenziellen Risiken abzusichern. Dazu zählen eine Haftpflichtversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Auslandskrankenversicherung. Erst wenn diese Basis abgesichert ist, sollten Sie über weitere Zusatzversicherungen nachdenken.

Selbstständige und Freiberufler sollten besonders auf eine ausreichende Absicherung achten, da sie im Krankheitsfall nicht automatisch Anspruch auf Krankengeld haben. Hier kann eine Krankentagegeldversicherung sinnvoll sein, um das Einkommen bei längerer Arbeitsunfähigkeit zu sichern.

Wann lohnt sich eine Krankenhauszusatzversicherung?

Eine Krankenhauszusatzversicherung ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung im stationären Bereich. Gesetzlich Versicherte werden im Krankenhaus in der Regel in einem Mehrbettzimmer untergebracht und vom diensthabenden Arzt behandelt. Mit einer Zusatzversicherung können Sie sich Leistungen wie ein Ein- oder Zweibettzimmer sowie die Behandlung durch den Chefarzt sichern.

Ob sich diese Versicherung lohnt, hängt laut Verbraucherzentrale von Ihren individuellen Prioritäten ab. Wenn Ihnen Ruhe und Komfort im Krankenhaus wichtig sind oder Sie Wert auf die Behandlung durch einen bestimmten Arzt legen, kann die Police sinnvoll sein. Die Kosten für ein Einzelzimmer liegen bei etwa 100 bis 150 Euro pro Tag, eine Chefarztbehandlung kann mehrere tausend Euro kosten.

Allerdings sollten Sie die monatlichen Beiträge gegen die potenziellen Kosten abwägen. Für eine Krankenhauszusatzversicherung zahlen Sie je nach Tarif und Alter zwischen fünf und 150 Euro monatlich. Wer nur Wert auf ein Einzelzimmer legt, sollte prüfen, ob es nicht kostengünstiger ist, den Aufpreis im Bedarfsfall selbst zu zahlen.

Wie sinnvoll sind Zahnzusatz- und Auslandskrankenversicherungen?

Die Zahnzusatzversicherung zählt zu den beliebtesten Zusatzversicherungen in Deutschland. Sie übernimmt Kosten für hochwertige Zahnimplantate, Gold- oder Keramikkronen, die von der GKV nicht oder nur teilweise erstattet werden. Ob sich diese Police lohnt, hängt stark von Ihrem Zahnzustand und Alter ab.

Claudia Frenz, Sprecherin des Bundes der Versicherten, warnt gegenüber der Apotheken-Umschau jedoch davor, dass viele Verbraucher fälschlicherweise annehmen, eine Zahnzusatzversicherung würde alle Kosten vollständig abdecken. Oft sind nur bestimmte Leistungen oder eine begrenzte Anzahl von Implantaten versichert. Die monatlichen Beiträge liegen bei einem Abschluss mit 40 Jahren zwischen 25 und 58 Euro.

Eine Auslandskrankenversicherung hingegen gilt als eine der wichtigsten Zusatzversicherungen. Die GKV übernimmt im EU-Ausland nur die Kosten, die einer Behandlung in Deutschland entsprechen würden. Bei Reisen außerhalb der EU oder bei einem notwendigen Rücktransport nach Deutschland entstehen ohne Zusatzversicherung für das Ausland hohe Eigenkosten. Jahresverträge sind bereits ab sechs bis zwölf Euro erhältlich.

Worauf sollten Sie beim Abschluss einer Zusatzversicherung achten?

Vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung sollten mehrere Angebote verglichen und nicht einfach direkt die Offerte der Krankenkasse angenommen werden. Gesetzliche Kassen vermitteln lediglich private Zusatzversicherungen und sind nicht Vertragspartner. Ein Vergleich verschiedener Anbieter kann bis zu zehn Prozent Kostenersparnis bringen.

Besonders beachtet werden sollte das Kleingedruckte in den Vertragsbedingungen. Viele Versicherungen haben Wartezeiten von drei bis acht Monaten, bevor Leistungen in Anspruch genommen werden können. Zudem begrenzen einige Gesellschaften die Übernahme von Kosten in den ersten Versicherungsjahren oder dauerhaft auf einen Höchstbetrag.

Gesundheitsfragen müssen bei Antragstellung wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei nachweislich falschen Angaben droht im Versicherungsfall eine Leistungsverweigerung oder sogar die Kündigung des Vertrags. Geprüft werden sollte zudem, ob der Versicherer auf ein Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren verzichtet, um langfristig abgesichert zu sein.

Laut Verbraucherschützern birgt eine bestimmte Versicherung ein hohes Risiko – dennoch ist sie bei vielen Menschen in Deutschland beliebt. Es gibt aber Alternativen.