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Zigaretten ab 2027 teurer - so viel kostet Rauchen dann pro Jahr


Autor: Christoph Eberle

Deutschland, Mittwoch, 16. Sept. 2026

Ein Rauchstopp lohnt sich nicht nur für die Gesundheit. Angesichts der geplanten Tabaksteuererhöhungen wird er auch finanziell immer attraktiver. So viel Geld lässt sich sparen.
Die Tabaksteuern in Deutschland sollen deutlich steigen, wodurch sich die Preise für Zigaretten erheblich erhöhen würden.


Die Bundesregierung plant eine deutliche Anhebung der Tabaksteuer. Dem am 7. September veröffentlichten Gesetzentwurf zufolge könnte eine Zigarettenpackung mit 20 Stück im kommenden Jahr nach einer Steueranhebung 9,10 Euro kosten und damit 33 Cent mehr als bislang im Regierungsvorhaben angepeilt.

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Schrittweise soll es nach oben gehen, nach durchschnittlich 8,05 Euro pro Packung (20 Stück) im Jahr 2026 wird 2030 durchschnittlich mit 11,78 Euro gerechnet. Das wäre ein Preisaufschlag von fast 50 Prozent binnen vier Jahren. Bei Premium-Marken wie Marlboro oder Davidoff könnte es noch teurer werden. Ihr Preis könnte nach Schätzungen von Tabakhändlern auf bis zu 14 Euro steigen.  Etwas günstiger sind Eigenmarken vom Discounter. Big-Packs und XXL-Packungen sind entsprechend teurer.

So viel würde Rauchen bei einer Schachtel am Tag künftig kosten

Wer täglich eine Packung mit 20 Zigaretten raucht, kommt bei einem Preis von 9 Euro auf folgende Summe:

  • pro Tag: 9 Euro
  • pro Woche: 63 Euro
  • pro Monat: rund 274 Euro
  • pro Jahr: 3285 Euro

Bei einem Packungspreis von 14 Euro sieht die Rechnung so aus:

  • pro Tag: 14 Euro
  • pro Woche: 98 Euro
  • pro Monat: rund 426 Euro
  • pro Jahr: 5110 Euro

Bei vielen Rauchern löst sich aufs Jahr gesehen mehr als ein durchschnittliches Bruttomonatsgehalt in Luft auf. Genug für eine größere Reise, mehrere Monatsmieten oder einen kräftigen Notgroschen – so einen sollte man laut Finanzexperten ohnehin immer auf der Seite haben. Innerhalb von zehn bis 15 Jahren hat man mehr Geld ausgegeben, als ein ordentlicher Neuwagen kosten würde.

Höhere Preise: Anreiz zum Aufhören oder mehr Schwarzmarkt?

Die Steuererhöhungen sind politisch umstritten. Vertreter der Tabakbranche warnen, dass deutlich höhere Preise den Einkauf im Ausland und den illegalen Handel fördern könnten. Sollte es zu erheblichen Steuererhöhungen kommen, könnten die Preise drastisch steigen, was viele Konsumenten dazu veranlassen würde, auf den Schwarzmarkt auszuweichen, warnt der Branchenverband BVTE.

Auch Gewerkschafter und Zöllner zeigen sich besorgt. "Das ist kein seriöser steuerpolitischer Ansatz, sondern der verzweifelte Versuch, Haushaltslöcher zu stopfen", äußert sich Thomas Liebel von der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft BDZ. Die Bundesregierung rechne sich zusätzliche Einnahmen schön und ignoriere dabei die Realität beim Zoll. 

Gesundheitsexperten beurteilen regelmäßige Preiserhöhungen dagegen als wirksames Mittel, um den Tabakkonsum zu senken. Das Deutsche Krebsforschungszentrum verweist darauf, dass steigende Preise insbesondere jungen Menschen den Einstieg erschweren und Raucherinnen und Raucher beim Aufhören unterstützen können.

Rauchen aufhören lohnt sich auch aus anderen Gründen als Geld

Knapp ein Fünftel der Erwachsenen und sieben Prozent der Jugendlichen in Deutschland rauchen laut Bundesgesundheitsministerium. Die allgemeinen Risiken sind bekannt und doch werden die meisten nicht von den gesundheitlichen Schäden abgeschreckt.

Doch es gibt – auch ohne den finanziellen Aspekt – genügend Gründe, die dafür sprechen, mit dem Rauchen aufzuhören. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft nennt unter anderem folgende:

  • Drei Tage nach der letzten Zigarette tritt bereits eine verbesserte Funktion der Atemwege ein.
  • Verfärbungen der Finger und Zähne, die durch das Rauchen entstanden sind, verschwinden.
  • Bereits nach zwei rauchfreien Jahren hat ein Exraucher fast das gleiche Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung wie ein Nichtraucher.
  • Wer es schafft, zehn Jahre auf das Rauchen zu verzichten, der hat als Exraucher nur noch ein halb so hohes Risiko für Lungenkrebs.

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Mit dem Rauchen aufhören: Die "vier A-Tipps" können helfen

Wer sich dazu entschlossen hat, mit dem Rauchen aufzuhören, kann den vier A-Tipps folgen, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, bis Februar 2025: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)) vorschlägt:

  • Aufschieben: Auch wenn es sich nicht so anfühlt – das Verlangen nach einer Zigarette lässt meist nach, oft schon nach 30 Sekunden bis drei Minuten. Eine Taktik, um Zeit verstreichen zu lassen: zehnmal tief ein- und ausatmen.
  • Ausweichen: "Willst du auch eine?": Eine kleine Geste in der Pause auf der Arbeit kann das Rauchstopp-Vorhaben schon ins Wanken bringen. Hilfreich ist daher, Situationen wie diesen vorausschauend aus dem Weg zu gehen, rät das BIÖG. Wer dennoch bei den Raucherpausen dabei sein will, kann offen mit dem eigenen Rauchstopp umgehen und darum bitten, keine Zigarette angeboten zu bekommen.
  • Abhauen: Und wenn es kaum auszuhalten ist, in der Nähe von Raucherinnen und Rauchern zu sein? Dann rät das BIÖG, sich für einen Moment zurückzuziehen.
  • Ablenken: Kleine, angenehme Tätigkeiten lenken vom Verlangen nach einer Zigarette ab. Zum Beispiel einer lieben Freundin eine Nachricht schreiben oder zu Hause kurz duschen gehen, wie das BIÖG vorschlägt. Wer Kaugummis oder gesunde Snacks wie Nüsse parat hat, beschäftigt den Mund – auch das ist Ablenkung.