Warum Gen Z investiert – und warum Finanzwissen allein nicht reicht
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Sonntag, 05. April 2026
Finanzwissen allein bringt die Generation Z offenbar nicht an die Börse. Eine aktuelle Studie zeigt, was entscheidend für die Investitionspläne junger Erwachsener ist.
- Warum Gen Z nicht wegen Wissen investiert – sondern wegen Gefühl
- Die Rolle von Familie und Freunden
- Warum Selbstvertrauen allein nicht genügt
- Konsequenzen für Banken und Bildung
Finanzbildung allein reicht offenbar nicht aus, um junge Menschen an die Börse zu bringen. Eine Studie aus Indien stellt eine zentrale Annahme der Finanzbranche infrage: Selbst wenn Angehörige der Generation Z überzeugt sind, gut mit Geld umgehen zu können, heißt das noch lange nicht, dass sie auch tatsächlich investieren wollen.
Warum Gen Z nicht wegen Wissen investiert – sondern wegen Gefühl
Untersucht wurden 243 indische Master of Business Administration-Studierende im Alter von 21 bis 25 Jahren – allesamt ohne bisherige Börsenerfahrung. Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Fachzeitschrift Acta Psychologica.
Das überraschende Ergebnis: Finanzielle Selbstwirksamkeit, also das Vertrauen in die eigene Kompetenz in Geldfragen, sagte die Investitionsabsicht nicht eigenständig voraus, zumindest dann nicht, wenn grundlegende psychologische Bedürfnisse berücksichtigt wurden.
Entscheidend sind offenbar drei andere Faktoren: das Gefühl, eigenständig entscheiden zu können (Autonomie), sich kompetent zu erleben (Kompetenz) und sich von wichtigen Bezugspersonen unterstützt zu fühlen (soziale Eingebundenheit). Sind diese Bedürfnisse erfüllt, entwickeln junge Erwachsene eine positivere Haltung gegenüber Aktieninvestments – und genau diese Haltung wiederum beeinflusst maßgeblich die Absicht, tatsächlich zu investieren.
Die Rolle von Familie und Freunden
Gerade im indischen Kontext, der stärker kollektivistisch geprägt ist, spielt das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Wenn Eltern, Freunde oder Kommilitonen Investieren befürworten oder selbst aktiv sind, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass junge Menschen ebenfalls einsteigen wollen. Die wahrgenommene soziale Zustimmung wirkt fast so stark wie die eigene innere Überzeugung.
Dabei fungiert die persönliche Einstellung als eine Art Scharnier: Erleben junge Menschen ihre psychologischen Grundbedürfnisse als erfüllt, entwickeln sie eine positive Haltung zum Aktienmarkt – und diese positive Haltung mündet in Investitionspläne.