Druckartikel: Warum beim Lotto-Jackpot schon wieder die Maximalsumme ausgespielt wird

Warum beim Lotto-Jackpot schon wieder die Maximalsumme ausgespielt wird


Autor: Christoph Eberle

Deutschland, Mittwoch, 19. August 2026

Am Samstag wurde der 50 Millionen Euro schwere Jackpot bei Lotto 6 aus 49 in Thüringen geknackt. Am Mittwoch geht's trotzdem erneut um die gleiche Summe.
Plakate in den Lotto-Annahmestellen weisen auf den erneut mit 50 Millionen Euro gefüllten Jackpot hin. (Archivbild)


40 Ziehungen ohne Hauptgewinner: Seit dem Start der Lotterie 6 aus 49 im Oktober 1955 hat es noch nie so lange gedauert, bis die sechs Richtigen plus Superzahl getippt wurden. Ein Mathematik-Professor erklärte der Mediengruppe Bayern jüngst, wieso das so ungewöhnlich ist.

Ebenfalls ungewöhnlich: Obwohl der Jackpot am Samstag geknackt wurde, geht es in der Ziehung am Mittwoch, 19. August, schon wieder um 50 Millionen Euro. 

Mehr als 50 Millionen Euro geht bei Lotto 6 aus 49 nicht

Wie die Pressestelle der Staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung in Bayern mitteilt, gilt seit der Auslosung am 1. November 2023 bei Lotto 6aus49 ein Jackpot-Höchstbetrag von 50 Millionen Euro in der Gewinnklasse 1. Die bis dahin gültige Pflichtausschüttung nach Erreichen dieser Höchstgrenze wurde zu jenem Zeitpunkt abgeschafft.

Seitdem gilt: Wird die Gewinnklasse 1 nicht geknackt, obwohl der Jackpot bereits "voll" ist, verbleibt die vorgesehene Gewinnsumme laut Lotto Bayern im Topf und wird als "Jackpot-Überlauf" angesammelt.

Fällt der Maximaljackpot - wie es am Samstag,  15. August, der Fall war - erhöht dieser Überlauf die Ausschüttung der Gewinnklasse 1 bei der darauffolgenden Ziehung. Die neue Jackpot-Phase beginnt dann bereits mit einer höheren Gewinnsumme.

Weil sich in der längsten Phase aller Zeiten ohne Jackpot-Gewinner weit über 100 Millionen Euro im Topf für Gewinnklasse 1 angesammelt haben, startet der Jackpot erneut mit der Maximalsumme von 50 Millionen Euro.

Wie wahrscheinlich fällt der Jackpot schon am Mittwoch erneut?

Mathematik-Professor Christian Hesse vom Institut für Stochastik und Anwendungen der Universität Stuttgart hat die Wahrscheinlichkeit der jüngsten Jackpot-Serie berechnet.

Bei seiner Berechnung berücksichtigt Hesse, dass an Mittwochen und Samstagen unterschiedlich viele Lotto-Tipps abgegeben werden. Aus den Spieleinsätzen ergibt sich bei einem Tipp-Preis von 1,20 Euro und dem von der Lotto-Gesellschaft veröffentlichten Umsatz eine Größenordnung von rund 27,5 Millionen Tipps am Mittwoch und etwa 43 Millionen Tipps am Samstag.

Die Jackpot-Chance eines einzelnen Lotto-Tipps liegt bei 1 zu 139.838.160. Daraus ergibt sich dem Professor zufolge für eine einzelne Ziehung folgende Wahrscheinlichkeit, dass der Jackpot nicht geknackt wird:

  • Mittwoch: Wahrscheinlichkeit, dass der Jackpot nicht geknackt wird: 82,15 Prozent
  • Samstag: Wahrscheinlichkeit, dass der Jackpot nicht geknackt wird: 73,53 Prozent

Umgekehrt gilt also: Es ist deutlich wahrscheinlicher, dass der Jackpot am Mittwoch nicht gleich erneut geknackt wird.

Wie Bodo Kemper, Sprecher von West-Lotto in Nordrhein-Westfalen, jüngst in einer Pressemitteilung schrieb, dauert es übrigens im Schnitt immer 5,5 Ziehungen, bis ein Jackpot geknackt wird.