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Von Bulgarien bis Luxemburg: Gehalt und Lebensstandards im EU-Check


Autor: Tamara Schneider

Deutschland, Samstag, 17. Januar 2026

In welchem Land der Europäischen Union solltest du leben, um mit einem durchschnittlichen Gehalt als Topverdiener zu gelten?
In Bulgarien und Rumänien ermöglichen niedrige Lebenshaltungskosten ein luxuriöses Leben mit normalem Gehalt.


  • Die höchsten Gehälter: Hier bist du mit Durchschnittsgehalt schon Spitzenverdiener
  • Weitere Variable: Kaufkraft und Lebenshaltungskosten  
  • Jahresnettoeinkommen: Damit zählst du zu den Topverdienern

Hast du schon einmal mit dem Gedanken gespielt, in einem anderen europäischen Land zu leben? Und würdest du dort mit deinem Einkommen zu den Topverdienern zählen? Ob man sich in einem Land mit einem normalen Gehalt bereits als einen solchen fühlt, hängt stark davon ab, wo man lebt, denn Einkommen und Lebenshaltungskosten variieren innerhalb der EU erheblich. Während ein mittleres Gehalt in einem Land ausreicht, um zur obersten Einkommensgruppe zu gehören, reicht es in einem anderen nur für ein durchschnittliches Leben. Daher beleuchten wir, in welchen EU-Ländern die Menschen wie viel verdienen und wo es sich am besten lebt.

Hier bist du mit Durchschnittsgehalt schon Spitzenverdiener

Um dieser Fragestellung auf die Spur zu kommen, bietet sich eine genauere Betrachtung an. Ein guter Ausgangspunkt ist die Analyse der sogenannten nominalen Durchschnittsgehälter in der EU. Laut euronews.com reicht die Spanne der monatlichen Vollzeitgehälter 2025 von rund 1125 Euro in Bulgarien bis 6755 Euro in Luxemburg. Der EU-Durchschnitt liegt bei etwa 3155 Euro

In Ländern wie Luxemburg oder Dänemark liegt das Durchschnittseinkommen deutlich über diesem EU-Mittelwert, teils mehr als doppelt so hoch. Auch in Ländern wie Belgien, Deutschland, Österreich, Irland oder Finnland liegt das Durchschnittsgehalt über 4000 Euro monatlich.

Für Arbeitnehmer in diesen Ländern bedeutet ein durchschnittliches Gehalt schon ein vergleichsweise hohes Einkommen, was in Ländern mit niedrigeren Durchschnittsgehältern und geringerem Preisniveau zum Teil für die obersten Einkommensschichten reichen kann. In Ländern mit hohen Durchschnittslöhnen, vor allem in westeuropäischen und nordeuropäischen Staaten, kann ein normales Einkommen eines Vollzeitjobs bereits ausreichen, um über dem durchschnittlichen Lebensstandard der EU zu liegen. 

Kaufkraft und Lebenshaltungskosten

Einerseits steht also das, was das nominale Einkommen betrifft, andererseits stehen Kaufkraft und Lebenshaltungskosten. Was du mit diesem Einkommen tatsächlich kaufen kannst, ist von Bedeutung dafür, ob du dich als Topverdiener fühlst oder eher nicht. Die an die Preise für Wohnen, Lebensmittel, Dienstleistungen etc. angepasste Kaufkraft ist entscheidend für den Wohlstand. 

So schrumpft die Lücke zwischen den Spitzenverdienern und Schwächeren merklich. Länder wie Luxemburg, Belgien, Deutschland, Dänemark und Österreich bleiben vorn, aber Staaten mit moderatem Einkommen gewinnen an Stärke. In Ländern mit niedrigerem Preisniveau wie in Süd- und Osteuropa kann ein Einkommen, das niedrig wirkt, real durchaus eine akzeptable Lebensqualität ermöglichen. 

Nicht jeder Mensch verdient gleich viel. Auch die Verteilung der Einkommen spielt eine Rolle. In Ländern mit hoher Einkommensungleichheit wie in manchen osteuropäischen Staaten kann selbst ein etwas überdurchschnittliches Einkommen ein hohes Gefühl von Wohlstand vermitteln. Wer über ein normales Gehalt in einer west- oder nordeuropäischen Wirtschaft verfügt, profitiert oft von einer deutlich höheren realen Kaufkraft. Damit liegst du dann auf dem Niveau vieler Topverdiener.

Dann zählst du zu den Topverdienern

Einen besonders aufschlussreichen Ansatz liefert eine kürzlich erschienene Studie von BuchhaltungsButler und den Datenexperten von DataPulse Research. Sie untersucht, ab welchem Nettoeinkommen ein Drei-Personen-Haushalt, zu dem im Durchschnitt zwei Erwachsene plus ein Kind unter 14 Jahren gehören, in verschiedenen europäischen Ländern zu den oberen 10 Prozent der Einkommensverteilung gehört. 

Die Schwelle, um in Luxemburg als Topverdiener zu gelten, liegt bei einem Nettojahreseinkommen von etwa 175.000 Euro. Somit liegt es deutlich höher als in vielen anderen Ländern. Die Lebenshaltungskosten in Luxemburg sind allerdings auch besonders hoch, vor allem in Bezug auf Wohnen und Dinge des täglichen Bedarfs. 

Der europäische Durchschnitt für die 10-Prozent-Schwelle liegt bei ca. 71.000 Euro netto pro Jahr. Ein großer Unterschied zu Luxemburg. Allerdings: In Ländern mit relativ niedrigen Lebenshaltungskosten wie in Bulgarien oder Rumänien kann eine moderate Summe ausreichen, um zur oberen Einkommensgruppe zu gehören.