Von 785 bis 1491 Euro: Das verdienen Auszubildende je nach Branche
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Montag, 14. Sept. 2026
Azubis bekommen inzwischen mehr Geld: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind zuletzt deutlich gestiegen. Doch je nach Beruf und Region gibt es große Unterschiede.
Für viele junge Menschen wird die Ausbildung finanziell attraktiver. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind im Ausbildungsjahr 2025/26 im Schnitt um 3,9 Prozent gestiegen. In den meisten untersuchten Branchen liegt das Einkommen im ersten Ausbildungsjahr inzwischen bei mehr als 1000 Euro – allerdings längst nicht überall.
Das zeigt eine Auswertung des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Untersucht wurden 20 ausgewählte Tarifbranchen. Wie viel Auszubildende verdienen, hängt dabei stark von Beruf, Region und Ausbildungsjahr ab.
In diesen Branchen verdienen Azubis am meisten
Besonders hoch fallen die Ausbildungsvergütungen im öffentlichen Dienst und in einigen großen Branchen aus. In Pflegeberufen im öffentlichen Dienst erhalten Auszubildende bei Bund und Gemeinden im ersten Jahr 1491 Euro monatlich. Bei den Ländern sind es 1441 Euro. Damit gehören Pflegeberufe zu den bestbezahlten Ausbildungsbereichen in der Untersuchung.
Video:
Auch im Versicherungsgewerbe ist die Vergütung mit 1455 Euro im ersten Ausbildungsjahr vergleichsweise hoch. Im privaten Bankgewerbe werden 1400 Euro gezahlt. Im öffentlichen Dienst sind es bei Bund und Gemeinden 1368 Euro, bei den Ländern 1297 Euro. Bei der Deutschen Bahn AG liegt die Vergütung bundeseinheitlich bei 1325 Euro im Monat.
Daneben kommen unter anderem die Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg mit 1304 Euro, die Süßwarenindustrie in Ostdeutschland mit 1277 Euro und die Textilindustrie in Baden-Württemberg mit 1270 Euro auf mehr als 1200 Euro. In etwa der Hälfte der untersuchten Tarifbereiche bewegt sich die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr zwischen 1000 und 1200 Euro.
Friseure und Floristen liegen deutlich darunter
Von der Entwicklung profitieren jedoch nicht alle Auszubildenden gleichermaßen. In drei der untersuchten Tarifbereiche liegt die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr weiterhin unter der Marke von 1000 Euro. Am niedrigsten ist sie im Friseurhandwerk in Nordrhein-Westfalen: Dort sieht der Tarifvertrag 785 Euro monatlich vor.
In der Landwirtschaft werden im Bezirk Nordrhein 890 Euro und in Mecklenburg-Vorpommern 930 Euro gezahlt. In der westdeutschen Floristik sind es 900 Euro. Im dritten Ausbildungsjahr liegen dagegen inzwischen alle untersuchten Tarifvergütungen über 1000 Euro. Die Spanne reicht dann von 1065 Euro im nordrhein-westfälischen Friseurhandwerk bis zu 1653 Euro für Pflege-Azubis bei Bund und Gemeinden.