Vermögensungleichheit in Deutschland: Warum Superreiche immer reicher werden
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Freitag, 12. Juni 2026
Die Zahl der Superreichen in Deutschland ist deutlich gestiegen – und mit ihr die Konzentration großer Vermögen.
Während die Politik über höhere Steuern für Vermögende diskutiert, zeigt eine neue Studie eine bemerkenswerte Entwicklung: Die Zahl der Superreichen in Deutschland ist innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Gleichzeitig konzentriert sich ein immer größerer Teil des Finanzvermögens auf eine kleine Gruppe von Menschen. Experten sehen darin einen langfristigen Trend, der die Debatte über Vermögensverteilung weiter anheizen dürfte.
Zahl der Superreichen steigt deutlich
Wer über ein Finanzvermögen von mindestens 100 Millionen US-Dollar verfügt, zählt nach Definition der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) zu den sogenannten Superreichen. Weltweit gehört diese Gruppe zu den exklusivsten Vermögenszirkeln überhaupt. Doch auch in Deutschland wächst ihre Zahl spürbar.
Laut dem aktuellen Global Wealth Report der BCG lebten im vergangenen Jahr rund 5000 dieser besonders vermögenden Personen in Deutschland. Das sind etwa 1100 mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Entwicklung verdeutlicht, wie stark große Vermögen zuletzt gewachsen sind.
Die Zahlen erscheinen zu einem Zeitpunkt, an dem die Finanzierung staatlicher Reformvorhaben intensiv diskutiert wird. In der politischen Debatte wird zunehmend darüber gesprochen, ob sehr vermögende Bürger künftig stärker zur Finanzierung öffentlicher Aufgaben beitragen sollten.
Ein kleiner Kreis besitzt einen großen Teil des Vermögens
Besonders bemerkenswert ist der Anteil, den die Superreichen am gesamten Finanzvermögen Deutschlands halten. Nach Angaben der Studie vereinen die rund 5000 Personen mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens auf sich.
Demgegenüber stehen etwa 66 Millionen Menschen in Deutschland, deren Finanzvermögen unter 250.000 US-Dollar liegt. Die Unterschiede innerhalb der Vermögensverteilung sind damit erheblich und könnten sich nach Einschätzung der Studienautoren weiter vergrößern.
Als Ursache nennen die Experten strukturelle Vorteile großer Vermögen. Wer bereits über hohe finanzielle Mittel verfügt, kann sein Geld breiter streuen und in Anlageformen investieren, die für viele Privatanleger nur eingeschränkt zugänglich sind. Dazu zählen etwa größere Aktienportfolios oder Beteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen.