Unternehmen in der Krise: Warum die 1000-Euro-Entlastungsprämie nicht ankommen wird
Autor: Nadine Wüste
Nürnberg, Montag, 20. April 2026
Viele hoffen auf die neue Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro, doch nicht alle bekommen das Geld.
Eine Entlastungsprämie von 1000 Euro klingt verlockend – doch nicht alle können davon profitieren. Unternehmen können die Prämie freiwillig an ihre Beschäftigten auszahlen und damit gezielt für Entlastung in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten sorgen. Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist das eine willkommene finanzielle Unterstützung. Doch zahlreiche Unternehmen lassen bereits durchblicken, dass ihnen die Auszahlung der Entlastungsprämie bei schlechter wirtschaftlicher Situation unmöglich scheint. Leer ausgehen dürften auch Rentner, Studierende oder Menschen ohne Arbeit.
"Nicht zu Ende gedacht": Entlastungsprämie in der Kritik
Wer wird die von der Regierung angekündigte Entlastungsprämie von bis zu 1000 Euro bekommen? Diese Frage stellen sich derzeit viele Arbeitnehmer - und die Reaktionen aus der Wirtschaft lassen nicht darauf hoffen, dass sich allzu viele freuen können. Denn Firmen können die "Krisenprämie" zahlen, müssen es aber nicht. Die schwarz-rote Bundesregierung sieht sich mit immer deutlicherer Kritik konfrontiert.
"Wir haben eine Insolvenzwelle, und viele Unternehmen können das einfach nicht leisten", sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes BDA, Steffen Kampeter, der Bild-Zeitung. Er kritisierte, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hätten "Erwartungen geschürt und die Erfüllung dieser Erwartung bei anderen abgeladen". Auch Peter Leibinger, Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V., sieht die Entlastungsprämie kritisch. Für ihn ist diese Prämie "nicht zu Ende gedacht".
"Die allermeisten Firmen befinden sich nicht in der guten wirtschaftlichen Situation wie kurz nach Corona, als ein massiver Aufschwung stattgefunden hat und damals die 3000-Euro-Prämie von vielen bezahlt werden konnte. Das Ganze wird verpuffen. Die allermeisten Unternehmen sind wirtschaftlich so unter Stress, dass sie keine Prämie bezahlen können", so Leibinger im heute journal.
Trotz schlechter Wirtschaftslage: Diese Unternehmen wollen die Prämie zahlen
Eine Zahlungszusage gibt es aber auch schon, und zwar von der Drogeriemarkt-Kette Rossmann. Die hat bereits angekündigt, die Entlastungsprämie zu zahlen. Sobald die Entscheidung der Regierung rechtskräftig sei, werde das Unternehmen "zum nächstmöglichen Zeitpunkt" eine steuer- und abgabenfreie Soforthilfe von 500 Euro zahlen, teilte Rossmann mit. Verkaufshilfen erhielten demnach 250 Euro.
Der Autobauer BMW gab bekannt, dass das Unternehmen gerade die angekündigten gesetzlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Prämie prüfe.
Zahlreiche Unternehmen kritisieren die Entlastungsprämie allerdings auch. Man habe viel zu kurzfristig davon erfahren und habe dadurch einen hohen Bürokratieaufwand. Marie-Christine Ostermann, geschäftsführende Gesellschafterin des Lebensmittelgroßhändlers Rullko und Präsidentin des Verbands Die Familienunternehmer, sagte, die Prämie gehe "zulasten Dritter, nämlich der Unternehmen". Für Unternehmen selbst gebe es derzeit keine Unterstützungen.