Überschuldung in Deutschland: Ursachen und Höhe der Schulden
Autor: Emma Firlus
Deutschland, Mittwoch, 09. Sept. 2026
Die Überschuldungsstatistik offenbart: Hinter finanzieller Not stecken oft Krankheit, Jobverlust oder familiäre Einschnitte. Am stärksten sind Alleinerziehende und Menschen, die allein leben, von hohen Schulden betroffen.
Viele Menschen geraten aus ganz unterschiedlichen Gründen in die Überschuldung. Häufig spielen dabei tiefe persönliche Einschnitte eine entscheidende Rolle: Der Verlust des Arbeitsplatzes, eine schwere Krankheit oder einschneidende Veränderungen im familiären Umfeld bringen Betroffene oft in schwierige finanzielle Situationen, die sie alleine nicht mehr bewältigen können.
Die aktuelle Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamtes macht deutlich, welche Ursachen im Jahr 2025 besonders ausschlaggebend dafür waren, dass Menschen Unterstützung bei einer Schuldnerberatung in Anspruch genommen haben.
Häufigste Gründe für Überschuldung 2025: Statistik zeigt Ursachen - gesundheitliche Probleme häufigster Auslöser
Bei den Menschen, die 2025 Unterstützung von einer Schuldnerberatungsstelle in Anspruch nahmen, waren gesundheitliche Probleme der häufigste Grund für die finanzielle Notlage. 18 Prozent der Ratsuchenden nannten eine Erkrankung, eine Sucht oder einen Unfall als entscheidenden Auslöser ihrer Überschuldung. Damit lagen persönliche Schicksalsschläge noch vor wirtschaftlichen Problemen wie dem Verlust des Arbeitsplatzes.
Arbeitslosigkeit war mit rund 17 Prozent die zweithäufigste Ursache für eine Überschuldung. Die Zahlen zeigen, dass finanzielle Schwierigkeiten häufig nicht allein durch falsches Konsumverhalten entstehen, sondern mit Veränderungen der Lebenssituation verbunden sind. Wenn Einkommen wegfällt oder zusätzliche Belastungen entstehen, können bestehende Verpflichtungen schnell zu einer dauerhaften Schuldenlast werden.
Die durchschnittliche Höhe der Schulden aller beratenen Personen lag im Jahr 2025 bei 34.650 Euro. Dabei gab es deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Männer hatten im Durchschnitt Verbindlichkeiten von 39.717 Euro, während Frauen durchschnittlich mit 29.500 Euro verschuldet waren.
Trennung und Scheidung belasten besonders Alleinerziehende
Bei Alleinerziehenden spielten familiäre Veränderungen eine besonders große Rolle. Eine Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin wurde sowohl von alleinerziehenden Frauen als auch von alleinerziehenden Männern in rund 23 Prozent der Fälle als Hauptgrund für die Überschuldung genannt.
Gerade für Alleinerziehende können solche Einschnitte erhebliche finanzielle Folgen haben. Neben der emotionalen Belastung müssen häufig gleichzeitig neue finanzielle Herausforderungen bewältigt werden – etwa durch ein verändertes Einkommen oder höhere Kosten im Alltag mit Kindern.