Trumps neue Zölle: "Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland"
Autor: Agentur dpa
Washington, Samstag, 02. Mai 2026
Donald Trump kündigte an, die Zölle auf Auto- und Lastwagenimporte aus der EU ab kommender Woche zu erhöhen. Für die Autoproduktion in Deutschland könnte das besonders teuer werden.
Lange herrschte im Zollstreit zwischen den USA und der EU Ruhe, doch am Freitag (1. Mai 2026) verschärfte US-Präsident Donald Trump nun die Lage: Auf der Plattform Truth Social verkündete er, dass der Zoll auf Auto- und Lastwagenimporte aus der Europäischen Union in die USA auf 25 Prozent erhöht wird.
Der neue Satz soll ab der kommenden Woche gelten. "Sie haben sich nicht an die Vereinbarung gehalten, die wir getroffen haben", begründete Trump seine Entscheidung vor Journalisten. Die neuen Zölle könnten vor allem die deutsche Autoindustrie treffen. Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) in Bochum zufolge, könnten die neuen Sätze für die Branche hierzulande zusätzliche Belastungen von jährlich etwa 2,5 Milliarden Euro verursachen.
Trump-Zölle auf EU-Autos treffen Deutschland besonders - welche Hersteller leiden am meisten?
Zudem entstehen demnach weitere Kosten für US-Exporte deutscher Automobilhersteller aus der Fertigung in anderen EU-Staaten. Obwohl sich Trumps Maßnahmen gegen die Europäische Union richten, sieht CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer ganz klar Deutschland im Mittelpunkt. "Da die Exporte der ausländischen Autobauer in die USA unwesentlich sind, lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland interpretieren", betonte er.
Die Sonderbelastungen aus den Trump-Zöllen würden jedoch nicht vollständig von den Automobilherstellern getragen. "Man wird versuchen, einen Teil der Zölle durch Preiserhöhungen auf die Käufer in den USA "abzuwälzen", sagte Dudenhöffer. Die deutschen Autobauer hätten starke Marken und Käufer würden bei einer Preiserhöhung nicht gleich abspringen.
Die erhöhten Zölle dürften die Autobauer unterschiedlich treffen, betonte der Experte. Mercedes und BMW hätten große US-Produktionsstätten und damit einen gewissen "Zollschutz". Gefertigt würden in den US-Werken die SUV und diese machten den Großteil der Verkäufe in den USA aus. Bei Porsche und Audi etwa sehe das anders aus. "Damit dürften bei beiden die Pläne zum Bau von Autowerken in den USA beschleunigt werden", sagte Dudenhöffer. Insgesamt müsse man davon ausgehen, dass von den Trump-Zöllen zusätzliche Impulse für Verlagerungen der Automobilindustrie aus Deutschland heraus ausgehen.
25 Prozent statt 15: Trump kündigt neue Zölle für EU-Autos an
Mit seiner Aussage, man habe sich nicht an die Vereinbarungen gehalten, bezieht sich Trump auf das Handelsabkommen. Denn Mitte August 2025 einigten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent für die meisten EU-Warenimporte in die USA. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte dieser Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter abzuschaffen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.
Weitere Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt und Unsicherheiten nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärte, bremsten jedoch die Umsetzung des Zolldeals. Das Europäische Parlament gab im März bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Die Abgeordneten sprachen sich mehrheitlich dafür aus. Für die Umsetzung müssen auch die Mitgliedstaaten den entsprechenden Verordnungen zustimmen.