Tempolimit: So viel Sparpotenzial bietet 120 statt 130 km/h
Autor: Alexander Böhm
Deutschland, Montag, 01. Juni 2026
Ein Tempolimit kann Spritkosten senken, aber nicht auf jeder Strecke gleich stark. Tempo, Autobahnanteil, Verbrauch und Fahrstil bestimmen die Ersparnis.
Ob ein Tempolimit deine Tankrechnung spürbar senkt, hängt vor allem von deinem bisherigen Fahrtempo ab. Wer regelmäßig freie Autobahnabschnitte mit 130, 150 oder 160 km/h fährt, hat mehr Sparpotenzial als jemand, der meist im dichten Verkehr unterwegs ist. Für die Kosten macht es kaum einen Unterschied, ob du wegen eines Limits oder freiwillig langsamer fährst: Entscheidend ist die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit.
Warum kostet hohes Tempo so viel Sprit?
Bei höherem Tempo steigt der Energiebedarf stark, weil der Luftwiderstand zunimmt. Das macht sich vor allem auf der Autobahn bemerkbar, während Stadtverkehr, Stau und Baustellen den Effekt begrenzen. Deshalb bringt 120 statt 130 km/h weniger als der Verzicht auf Tempo 160 oder noch höhere Geschwindigkeiten.
Das Umweltbundesamt nennt einen Richtwert: 100 statt 120 km/h spart auf gleicher Strecke rund 15 Prozent Kraftstoff beziehungsweise Strom. Diese Zahl lässt sich nicht direkt auf 120 statt 130 km/h übertragen, zeigt aber die Richtung. Je höher das Ausgangstempo, desto größer wird der mögliche Spareffekt.
Der Deutschlandfunk ordnet Tempolimits nicht nur anhand der Spritkosten ein, sondern auch anhand von Klima- und Sicherheitsfragen. Für deine persönliche Rechnung zählt dagegen nur, wie oft du auf deinen eigenen Strecken tatsächlich langsamer fahren würdest. Deshalb lassen sich allgemeine Effekte eines Tempolimits nicht auf deine individuelle Spritkosten-Ersparnis übertragen.
Was bringt 120 statt 130 km/h in Euro?
Für eine gerundete Modellrechnung nehmen wir einen Benziner, der bei 130 km/h ca. 7 Liter und bei 120 km/h ca. 6,5 Liter je 100 Kilometer verbraucht. Die Differenz beträgt damit ca. 0,5 Liter je 100 Kilometer. Beim aktuellen Super-E10-Preis von 1,968 Euro/Liter (Stand: 10. Mai 2026) entspricht das gerundet ca. 1 Euro pro 100 Autobahnkilometer. In diesem Artikel wird vereinfacht mit 2 Euro je Liter gerechnet.
Beim Pendeln fällt die Ersparnis oft moderat aus. Fährst du 15.000 Kilometer im Jahr und entfallen davon etwa 40 Prozent auf Autobahnstrecken, betrifft das rund 6000 Kilometer mit echtem Tempo-Spielraum. Bei ca. 0,5 Liter weniger Verbrauch je 100 Kilometer sparst du rund 30 Liter und damit ca. 60 Euro pro Jahr.
Auf einer Urlaubsfahrt summiert sich der Effekt schneller, weil viele Autobahnkilometer am Stück zusammenkommen. Bei ca. 1200 Kilometern Hin- und Rückfahrt spart Tempo 120 statt 130 km/h rechnerisch rund 6 Liter. Bei rund 2 Euro je Liter ergibt das ca. 12 Euro, während der Verzicht auf ein sehr hohes Tempo deutlich mehr bringen kann.