Studie enthüllt: Deutschland ist beim Thema Rente ein echtes Defizitland in Europa
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Sonntag, 12. April 2026
Im europäischen Vergleich schneidet das deutsche Rentensystem schlecht ab – Kaufkraft und Armutsrisiko sind besonders kritische Punkte.
Eine aktuelle Studie zeigt, dass nur in vier Ländern die Rente alleine zum Leben reicht. Die Plattform DataPulse hat in ihren Berechnungen laut eigenen Angaben "die realen Ausgabegewohnheiten der über 60-Jährigen europaweit analysiert, inflationsbereinigt auf das Preisniveau von 2023 hochgerechnet und sie direkt den durchschnittlichen staatöichen Altersrrenten gegenübergestellt."
Vier Länder in Europa bieten Rente zum Leben
Das Ergebnis: Nur in Spanien, Rumänien, Polen und Tschechien reicht die Rente alleine zum Leben. Hier sind sie höher als die Ausgaben. In den restlichen Ländern in Europa deckt demnach die durchschnittliche Rente nicht einmal "vor Steuerabgaben die gesamten jährlichen Ausgaben einer Person".
Laut Aufarbeitung durch das Nachrichtenmagazin Focus, zeigen die Angaben auch, dass die gesetzliche Rente in Deutschland damit nur etwa zwei Drittel der Lebenserhaltungskosten deckt.
Den Rest müssen Rentner aus Ersparnissen, privater Vorsorge, Unterstützung durch Familie oder zusätzlicher Arbeit aufbringen.
Deutschland gilt bei der Rente als "Defitizland"
Folgt man den Auswertungen der Studie, dann zeigt sich auch, dass Deutschland als sogenanntes "Defizitland" einzustufen ist. Die Studie teilt Europa in verschiedene Kategorien auf:
- Rente im Überschuss: Nur bei den bereits vier genannten Ländern übersteigt die typische staatliche Rente tatsächlich die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben. Rumänien (+21 %), die Tschechische Republik (+18 %), Polen (+4 %) und Spanien (+3%). In diesen Ländern können Rentner, die ausschließlich vom Staat leben, ihre durchschnittlichen Ausgaben wahrscheinlich decken.
- Die Beinahe-Erfolgreichen: Es gibt in der Studie zwei Länder: Bulgarien und Dänemark. Hier liegen die Renten, vor Steuern, knapp unter dem Betrag der Ausgaben (weniger als 10 % Unterschied).
- Rente im Defizit - die Mehrheit: In 24 Ländern besteht laut Angaben eine große Diskrepanz zwischen den staatlichen Leistungen und den tatsächlichen Ausgaben von Menschen über 60. Am größten ist die Spannung in Kroatien, wo die Rente 40 % unter den durchschnittlichen Ausgaben liegt, dicht gefolgt von Slowenien (39 %), Ungarn (38 %) und Norwegen (37 %). In diesen „Defizitländern" müssen Rentner und Rentnerinnen andere Wege finden, um mehr als ein Drittel ihres Lebensunterhalts zu finanzieren.
Die Verantwortlichen weisen darauf hin, dass es sich "bei den in dieser Studie verwendeten Rentenwerten um Bruttobeträge handelt". Die staatlichen unterliegen in fast allen EU-Mitgliedstaaten der Einkommensteuer sowie häufig auch Sozialversicherungsbeiträge.