Standardrente vs. Durchschnittsrente: Das ist der Unterschied
Autor: Nadine Wüste
Deutschland, Montag, 29. Juni 2026
Standardrente ist ein Rechenwert, Durchschnittsrente ein statistischer Mittelwert: Beide Zahlen sind nicht direkt mit der eigenen Rente gleichzusetzen.
Die gesetzliche Standardrente soll nach Angaben von rentenbescheid24.de voraussichtlich auf 1.913 Euro im Monat steigen. Dieser Wert ist jedoch nicht mit der durchschnittlich ausgezahlten Rente gleichzusetzen. Zudem können Steuern sowie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung dazu führen, dass der tatsächlich ausgezahlte Betrag spürbar darunter liegt.
Rentenerhöhung ab 1. Juli
Zum 1. Juli steigen die Renten in Deutschland für rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner um 4,24 Prozent. Das geht auf Angaben des Bundesarbeitsministeriums zurück. Grundlage der Anpassung sind aktuelle Berechnungen des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen Rentenversicherung. Die individuellen Mitteilungen zur Rentenanpassung sollen voraussichtlich zwischen dem 14. Juni und dem 23. Juli 2026 per Post versandt werden.
Die Standardrente ist ein rechnerischer Vergleichswert. Sie gilt für Personen, die 45 Jahre lang Beiträge auf Basis des Durchschnittsentgelts gezahlt und damit 45 Entgeltpunkte erreicht haben. In diesem Fall ergibt sich künftig eine monatliche Rente von 1.913 Euro. Pro Entgeltpunkt werden 42,52 Euro angesetzt. Auf das Jahr gerechnet entspricht das 22.956 Euro.
Da Erwerbsbiografien in der Praxis oft davon abweichen, liegt die tatsächliche Rente vieler Menschen unter diesem Wert.
Was nach Abzügen übrig bleiben kann
Auch bei einer Standardrente wird nicht der volle Betrag ausgezahlt. Neben möglichen Steuerzahlungen fallen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an. Nach der Beispielrechnung von rentenbescheid24.de bleiben bei einer Jahresrente von 22.956 Euro nach Abzug von Freibeträgen, Sozialabgaben und Einkommensteuer rund 19.441 Euro netto im Jahr. Das entspricht etwa 1.620 Euro im Monat.
Die durchschnittlich ausgezahlte Rente in Deutschland liegt deutlich unter der Standardrente. Ein großer Teil der Rentnerinnen und Rentner erhält weniger als 1.000 Euro im Monat. Wer mit seinen Alterseinkünften über dem Grundfreibetrag liegt, muss unter Umständen zudem Steuern auf die Rente zahlen.
In solchen Fällen kann eine Steuererklärung sinnvoll sein, da sich bestimmte Ausgaben – etwa im Gesundheitsbereich – steuermindernd geltend machen lassen.