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Sparvermögen: So viel Geld haben die Deutschen im Durchschnitt


Autor: Andrea Baumann

, Sonntag, 09. August 2026

Ob für den Urlaub, die Rente oder als Notgroschen: Viele möchten mehr Geld sparen. Wir zeigen, wie viel durchschnittlich gespart wird und worauf es beim Sparen ankommt.
Aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten fällt es schwer, regelmäßig Geld zurückzulegen.


Sparen gehört für viele Verbraucher zu einer guten Finanzplanung. Doch angesichts steigender Lebenshaltungskosten fällt es oft schwer, regelmäßig Geld zur Seite zu legen.

Wie viel am Monatsende übrig bleibt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, etwa vom Einkommen, den laufenden Ausgaben und der persönlichen Lebenssituation. Umso wichtiger ist es, die eigenen Finanzen regelmäßig zu überprüfen und sich realistische Sparziele zu setzen.

Wie viel Geld sparen die Deutschen im Durchschnitt?

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Sparquote der privaten Haushalte im ersten Halbjahr 2025 bei 10,3 Prozent. Das bedeutet: Von 100 Euro verfügbarem Einkommen wurden durchschnittlich 10,30 Euro gespart. Umgerechnet entspricht das knapp 270 Euro pro Person und Monat. Dieser Durchschnittswert vermittelt jedoch nur ein grobes Bild. Tatsächlich unterscheiden sich die finanziellen Möglichkeiten der Haushalte erheblich: Während einige jeden Monat größere Beträge sparen oder investieren können, bleibt bei anderen nach Abzug aller laufenden Kosten kaum noch Geld übrig. Deshalb eignet sich dieser Durchschnittswert nicht als Maßstab für die eigene finanzielle Situation.

Auch beim Sparverhalten gibt es deutliche Unterschiede. So zeigt das Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, dass die meisten Menschen regelmäßiges Sparen zwar für wichtig halten, viele aber ohne festen Plan vorgehen. Ein großer Teil spart spontan, wenn am Monatsende Geld übrigbleibt. Rund ein Drittel verfolgt dagegen bewusst eine langfristige Spar- oder Anlagestrategie.

Für den Vermögensaufbau ist allerdings die Regelmäßigkeit oft wichtiger als die Höhe der Sparrate. Schon kleine Beträge können über viele Jahre eine beachtliche Summe ergeben. Wer etwa direkt nach dem Gehaltseingang einen festen Betrag auf ein separates Spar- oder Tagesgeldkonto überweist oder einen Sparplan einrichtet, macht das Sparen zur Gewohnheit und muss am Monatsende nicht darauf hoffen, dass noch Geld übrig ist.

Wie hoch sollte die finanzielle Reserve sein?

Wie viel Geld auf der hohen Kante sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind das eigene Einkommen, die monatlichen Ausgaben sowie die persönliche Lebens- und Arbeitssituation. Als Orientierung gilt eine frei verfügbare Reserve von etwa drei bis sechs Nettomonatsgehältern. Eine solche Rücklage kann dabei helfen, unerwartete Ausgaben wie eine Autoreparatur, eine defekte Waschmaschine oder andere kurzfristige Kosten zu bewältigen, ohne sofort einen Kredit oder den Dispokredit nutzen zu müssen. Das schafft finanzielle Sicherheit und kann unnötige Zinskosten vermeiden.

Für diese Reserve eignet sich ein Tagesgeldkonto meist besser als das Girokonto. Das Geld bleibt jederzeit verfügbar, ist aber vom alltäglichen Zahlungsverkehr getrennt. Dadurch sinkt die Gefahr, die Rücklage versehentlich auszugeben. Zudem bieten Tagesgeldkonten in der Regel zumindest eine Verzinsung, die den Wertverlust durch die Inflation teilweise abfedern kann.

Wer seine Rücklage aufgebaut hat und darüber hinaus regelmäßig Geld zurücklegen kann, sollte überlegen, ob ein Teil der Ersparnisse langfristig angelegt werden kann. Wichtig ist dabei, dass die finanzielle Reserve jederzeit erhalten bleibt.

Was bedeuten Durchschnittswerte für die eigene Finanzplanung?

Durchschnittswerte sind hilfreich, um Entwicklungen einzuordnen. Für die persönliche Finanzplanung sind sie jedoch nur begrenzt aussagekräftig: Jeder Haushalt hat andere Voraussetzungen – von der Einkommenshöhe über die Wohnkosten bis hin zur familiären Situation.

Deshalb greifen Fachleute bei Vermögensvergleichen häufig auf den Median zurück. Dieser Wert zeigt den Punkt, an dem genau die Hälfte der Menschen mehr und die andere Hälfte weniger besitzt. Wie eine Analyse der Bundeszentrale für politische Bildung zeigt, wird das Ergebnis im Gegensatz zum Durchschnitt dadurch nicht von besonders hohen Vermögen verzerrt, sodass sich die tatsächliche Vermögenssituation viel präziser einordnen lässt.

Grundsätzlich sagt der Kontostand auf dem Girokonto zudem nur wenig über das tatsächliche Vermögen aus. Viele Menschen haben zusätzlich Geld auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten, investieren in Wertpapiere oder besitzen eine Immobilie. Erst die Gesamtschau zeigt, wie die eigene finanzielle Situation tatsächlich aussieht. Hilfreicher als der Vergleich mit anderen ist deshalb ein regelmäßiger Überblick über die eigenen Finanzen. Wer Einnahmen und Ausgaben kennt, erkennt Sparpotenziale oft schneller und kann realistische Sparziele festlegen. Entscheidend ist folglich nicht, den Durchschnitt zu erreichen, sondern regelmäßig Geld zurückzulegen, in einer Höhe, die dauerhaft zum eigenen Budget passt.