Sparkassen starten mit Krypto-Geschäft: In Bayern ist nur eine dabei
Autor: Christoph Eberle
Deutschland, Dienstag, 20. Oktober 2026
Die ersten Sparkassen in Deutschland sind zu Wochenbeginn mit dem Krypto-Handel in der App gestartet. Wir informieren über verfügbare Kryptowerte, Risiken - und warum in Bayern erst eine Sparkasse teilnimmt.
Seit dem 19. Oktober 2026 können Kundinnen und Kunden von Sparkassen Kryptowerte in ihrer Sparkassen-App kaufen, verkaufen und verwahren. Allerdings sind noch nicht alle Sparkassen dabei. In Bayern ist bislang erst ein Geldinstitut an Bord – Stand 19. Oktober 2026. Der Start erfolgt schrittweise.
Kryptowährungen einfach erklärt: Blockchain, Chancen und Risiken
Kryptowährungen existieren nur digital und nicht als Scheine oder Münzen. Sie basieren häufig auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Dabei werden Transaktionen dezentral gespeichert und validiert, teilen die Sparkassen mit. Als mögliche Vorteile nennt man dort unter anderem das Renditepotenzial und schnelle, grenzüberschreitende Transfers. Risiken seien hingegen hohe Schwankungen, Totalverluste und Betrug.
Wie real diese Gefahr ist, zeigt eine jüngste Warnung des Polizeipräsidiums Oberfranken: In Oberfranken häufen sich Betrugsfälle mit Kryptowährungen, der Schaden belief sich bis Anfang Oktober 2026 bereits auf einen Millionenbetrag.
Anteil der Krypto-Besitzer in Deutschland im Überblick
Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland ab 18 Jahren besitzen Kryptowährungen, berichtete Anfang August 2026 unter anderem die Deutsche Börse. Dies entspreche einem Anteil von 12,8 Prozent der volljährigen Bevölkerung – also etwa jedem achten Erwachsenen. Das gehe aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervor.
Die große Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland blicke demnach aber distanziert auf die digitale Anlageklasse: 67,4 Prozent besitzen keine Kryptowährungen und schließen dies auch für die Zukunft kategorisch aus, heißt es. Viele Anleger bleiben dagegen dabei: Laut dem internationalen "Crypto Survey" des Beratungsunternehmens Strategy& (Befragung im März und April 2026 in fünf Ländern, darunter Deutschland) haben in den schwachen Monaten Januar und Februar nur gut 17 Prozent ihre Investments reduziert.
Gründe für den Einstieg der Sparkassen in den Kryptohandel
Kryptowährungen sind gerade bei jungen Menschen beliebt. Unter den 25- bis 34-Jährigen besitzt gut ein Viertel (28,4 Prozent) Kryptowährungen, während die Anlageklasse bei der Generation ab 55 Jahren kaum eine Rolle spielt.
Bislang konnten Kundinnen und Kunden Bitcoin & Co. vor allem über Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut kaufen, seit Mai 2026 auch bei einzelnen Volksbanken. Was solche Institute von klassischen Banken unterscheidet, haben wir hier erklärt. Offenbar will man damit Marktanteile bei jüngeren Kunden gewinnen.