Druckartikel: Sparkassen starten Krypto-Geschäft: Diese Institute sind aktuell dabei

Sparkassen starten Krypto-Geschäft: Diese Institute sind aktuell dabei


Autor: Christoph Eberle

Deutschland, Mittwoch, 21. Oktober 2026

Mehrere Sparkassen ermöglichen jetzt den Handel mit Kryptowährungen in ihrer App. Aber noch nicht für alle Kunden: Diese Institute sind aktuell schon dabei.
Die Dekabank versorgt die Sparkassen in Deutschland mit Produkten - ganz aktuell mit „Krypto – powered by Deka“ (Archivbild)


Seit dem 19. Oktober 2026 können Kundinnen und Kunden von Sparkassen Kryptowerte in ihrer Sparkassen-App kaufen, verkaufen und verwahren. Allerdings sind noch nicht alle Sparkassen dabei. In Bayern ist bislang erst ein Geldinstitut an Bord. 

„Krypto – powered by Deka“ ist am 19. Oktober 2026 zunächst bei fünf Sparkassen gestartet: der Frankfurter Sparkasse, der Taunus Sparkasse, der Sparkasse Karlsruhe, der Sparkasse Rottal-Inn und der Niederrheinischen Sparkasse RheinLippe. 

Die Einführung erfolgt schrittweise. Im ersten Halbjahr 2027 soll bereits ein großer Teil der interessierten Institute das Angebot bereitstellen können.

Wie viele Sparkassen in Bayern wollen mitmachen?

Stand Oktober 2026 haben sich nach Angaben von Pressesprecherin Eva Mang vom Sparkassenverband Bayern rund 70 Prozent der 38 bayerischen Sparkassen für das Krypto-Angebot für digitale Selbstentscheider über die App Sparkasse / Themenwelt Anlegen entschieden. Andere seien noch offen. Die geplanten Freischaltungstermine gehen ihr zufolge "bis ins Jahr 2027".

Kryptowährungen einfach erklärt: Blockchain, Chancen und Risiken

Kryptowährungen existieren nur digital und nicht als Scheine oder Münzen. Sie basieren häufig auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Dabei werden Transaktionen dezentral gespeichert und validiert, teilen die Sparkassen mit. Als mögliche Vorteile nennt man dort unter anderem das Renditepotenzial und schnelle, grenzüberschreitende Transfers. Risiken seien hingegen hohe Schwankungen, Totalverluste und Betrug.

Wie real diese Gefahr ist, zeigt eine jüngste Warnung des Polizeipräsidiums Oberfranken: In Oberfranken häufen sich Betrugsfälle mit Kryptowährungen, der Schaden belief sich bis Anfang Oktober 2026 bereits auf einen Millionenbetrag.

Wie läuft der Kryptowährungskauf bei der Sparkasse ab? Und was kostet das?

Voraussetzung ist laut Deka-Presseabteilung ein Girokonto bei einer teilnehmenden Sparkasse, die Teilnahme am Mobile Banking inkl. App Sparkasse sowie ein funktionierendes TAN-Verfahren wie z.B. S-PushTAN.

Volljährige Kundinnen und Kunden können in der App Sparkasse demnach über die Themenwelt „Anlegen“ das Angebot „Krypto - powered by Deka“ aufrufen und dort ein Kryptokonto bei der DekaBank eröffnen. Eine separate App ist nicht erforderlich.

Anschließend können sie eigenständig und ohne Beratung Bitcoin, Ether, XRP, Solana und Polygon kaufen und verkaufen. Vor dem Abschluss einer Transaktion wird ein verbindlicher Kauf- beziehungsweise Verkaufspreis angezeigt, der für einen begrenzten Zeitraum gesichert ist. Die Ordergebühr beträgt 0,99 Euro pro Transaktion. 

Anteil der Krypto-Besitzer in Deutschland im Überblick

Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland ab 18 Jahren besitzen Kryptowährungen, berichtete Anfang August 2026 unter anderem die Deutsche Börse. Dies entspreche einem Anteil von 12,8 Prozent der volljährigen Bevölkerung – also etwa jedem achten Erwachsenen. Das gehe aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsinstituts YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint hervor.

Die große Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland blicke demnach aber distanziert auf die digitale Anlageklasse: 67,4 Prozent besitzen keine Kryptowährungen und schließen dies auch für die Zukunft kategorisch aus, heißt es. Viele Anleger bleiben dagegen dabei: Laut dem internationalen "Crypto Survey" des Beratungsunternehmens Strategy& (Befragung im März und April 2026 in fünf Ländern, darunter Deutschland) haben in den schwachen Monaten Januar und Februar nur gut 17 Prozent ihre Investments reduziert.

Gründe für den Einstieg der Sparkassen in den Kryptohandel

Kryptowährungen sind gerade bei jungen Menschen beliebt. Unter den 25- bis 34-Jährigen besitzt gut ein Viertel (28,4 Prozent) Kryptowährungen, während die Anlageklasse bei der Generation ab 55 Jahren kaum eine Rolle spielt.

Bislang konnten Kundinnen und Kunden Bitcoin & Co. vor allem über Neobanken wie N26, Trade Republic und Revolut kaufen, seit Mai 2026 auch bei einzelnen Volksbanken. Was solche Institute von klassischen Banken unterscheidet, haben wir hier erklärt. Offenbar will man damit Marktanteile bei jüngeren Kunden gewinnen.

Keine Beratung zu Kryptowährungen: Die Haltung der Sparkassen

Sparkassen verweisen nach eigenen Angaben auf die hohen Risiken für Anleger, die in Kryptowährungen investieren. Deshalb werben sie nicht für diese Anlageklasse und beraten auch nicht dazu.

"Wer sich aber bewusst für ein solches Investment entscheidet, soll dies damit in einem sicheren, regulierten Rahmen tun können – innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe", teilen die deutschen Sparkassen auf ihrer zentralen Internetseite mit.

Das Angebot richtet sich laut Deka "ausschließlich an Kundinnen und Kunden, die ihre Anlageentscheidungen eigenständig treffen möchten". 

Sparkassenmitarbeitende können keine Beratung dazu geben - aber allgemeine Fragen zum Zugang und zur Nutzung des Angebots beantworten. 

Krypto-Handel bei VR-Banken: Vorreiter aus Würzburg

Die VR-Bank Würzburg hat am 5. Mai 2026 als erste genossenschaftliche Primärbank in Deutschland offiziell das Krypto-Handelsangebot "meinKrypto" eingeführt. Inzwischen sind weitere Volks- und Raiffeisenbanken gefolgt. Auch hier will man nach Angaben des Verbands um junge Kunden buhlen.

In Würzburg hat man unterdessen bereits interessante Erfahrungen gemacht. Dank des neuen Angebots habe die VR-Bank Würzburg in den bisher gut fünf Monaten schon rund 50 neue Kunden gewonnen. "Von unseren rund 70.000 Bestandskunden hat inzwischen eine dreistellige Zahl Kryptowährungen gekauft, die allermeisten Bitcoin", erzählt Chef Claus Reder im Handelsblatt. Die Käufer kämen ihm zufolge aus allen Altersschichten – das habe ihn auch etwas überrascht. Selbst 70-Jährige hätten dort in Kryptowährungen investiert, heißt es im Handelsblatt-Bericht.

Gestaffelter Start: Warum nicht alle Sparkassen gleichzeitig starten

Dass nicht alle Sparkassen gleichzeitig starten, liegt an der Struktur: Deutschlandweit gibt es über 300 Sparkassen. "Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst", sagte Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, gegenüber der dpa. Daher gebe es keinen einheitlichen Starttermin.

Das Angebot steht zum Start bei den ersten teilnehmenden Sparkassen zur Verfügung, pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Häuser dazukommen. Im ersten Halbjahr 2027 soll dann ein großer Teil der interessierten Sparkassen angebunden sein, heißt es.