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Solarmarkt Deutschland: Preisanstieg für PV-Anlagen und Speicher 2026


Autor: Klaus Heimann

Deutschland, Samstag, 11. April 2026

2026 wird als Jahr der Trendwende in der Solarwirtschaft eingehen. Die Zeiten von preisgünstigen PV-Anlagen und Balkonkraftwerken sind vorbei.
Solarpaneele steigen im Preis, weil es für chinesische Hersteller weniger staatliche Subventionen im eigenen Land gibt.


Der Solarmarkt 2026 bringt die Trendwende bei den Preisen, da ist sich der Energie-Anbieter 1KOMMA5° ganz sicher. Nach einem drastischen Preisverfall für Solarmodule, der Ende 2025 seinen Tiefpunkt hatte, erwartet der Anbieter von PV-Anlagen einen spürbaren Anstieg der PV-Anlagenpreise. Dafür hat er zwei Gründe ausgemacht: China, der weltweit wichtigste Lieferant für PV-Anlagen und Batterieprodukte, streicht die staatlichen Subventionen vollständig zum 1. April 2026. Außerdem steigen die Preise für Rohstoffe. Beides hat Auswirkungen. Das Online-Nachrichtenportal für Klimaschutz und bürgernahe Energiewende Energie-Zukunft.eu sieht das allerdings anders und wertet den Preisanstieg als den gemeinschaftlichen Versuch der Hersteller, höhere Modulpreise am Markt durchzudrücken. inFranken.de zeichnet die Tendenzen auf dem Solarmarkt nach.

Warum steigen in China die Preise für PV-Module?

China, der weltweit wichtigste Lieferant für Fotovoltaik- und Batterieprodukte, hat die bestehenden Mehrwertsteuer-Exportvergünstigungen für PV-Module zum 1. April 2026 vollständig abgeschafft. Bereits im vergangenen Dezember sank die Export-Steuerrückerstattung von 13 Prozent auf 9 Prozent.

Das ist deshalb entscheidend für die Preisentwicklung, weil fast 90 Prozent der Solarpaneele in Deutschland aus China kommen. Allein diese Maßnahme lässt die Modulpreise laut 1KOMMA5° um rund 10 Prozent steigen.

Bei Batteriespeichern gibt es eine ähnliche Entwicklung. Die staatlichen Vergünstigungen sollen schrittweise fallen, zunächst von 9 Prozent auf 6 Prozent. Bis sie 2027 komplett wegfallen. Das Ergebnis ist vergleichbar mit den Solarpanelen: Die Preise für Energiespeicher steigen.

Wie entwickeln sich die Rohstoffpreise für Aluminium, Silber, Lithiumcarbonat und Polysilizium?

Gleichzeitig sind die Preise wichtiger Rohstoffe für die Herstellung von Solarmodulen weiter auf hohem Niveau. Aluminium, vor allem für den Rahmen der Module wichtig, kostet derzeit rund 26 Prozent mehr als noch im Oktober 2025.

Silber, das aufgrund seiner guten elektrischen Leitfähigkeit in Solarzellen gebraucht wird, kostet sogar rund 80 Prozent mehr als noch vor sechs Monaten. Eine ähnliche Entwicklung gibt es bei Lithiumcarbonat: Die Preise für Speicherkomponenten sind mehr als doppelt so hoch wie vor sechs Monaten.

Zwar sind die Polysiliziumpreise im Vergleich zum Höchststand Mitte Januar wieder um 14 Prozent gefallen. Trotzdem kostet der zentrale Rohstoff für die Herstellung von Solarzellen noch immer gut 37 Prozent mehr als im Sommer des Vorjahres. Insgesamt rechnet die Industrie bei Solarmodulen, Stromspeichern und anderen elektronischen Komponenten mit spürbaren Zusatzkosten.

Wollen chinesische Hersteller gemeinschaftlich höhere Modulpreise erreichen?

"Allein die Abschaffung der Exportvergünstigungen wird den Modulpreis um rund zehn Prozent steigen lassen", sagt Jannik Schall, Produktchef und Mitgründer von 1KOMMA5°. "Durch die zusätzlichen hohen Rohstoffpreise erwarten wir bei einzelnen Komponenten Preissteigerungen von 15 Prozent bis 20 Prozent. Mittelfristig sind davon auch Privatkundinnen und Privatkunden betroffen." Erwartet wird der Preisanstieg auf dem deutschen Markt für die zweite Jahreshälfte.

Deutschland spürt die verteuerten Rohstoffkosten bisher nicht in vollem Ausmaß. Der Anstieg seit dem Tiefpunkt im Dezember letzten Jahres beträgt aber bereits 15 bis 18 Prozent, ein Ende der Preisspirale ist aber bislang nicht absehbar, schreibt das Online-Nachrichtenportal für Klimaschutz und bürgernahe Energiewende Energie-Zukunft.eu.

Den heftigen Preisanstieg wertet das Online-Nachrichtenportal als den "gemeinschaftlichen Versuch der Hersteller" höhere Modulpreise am Markt durchzudrücken. Chinesische Firmen wollen so wieder "gutes Geld verdienen". Dabei gingen die verschiedenen Produzenten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vor: Manche erhöhen ihre Preise noch sehr zögerlich, andere schlagen gleich 20 bis 30 Prozent drauf.

Und was empfiehlt 1KOMMA5°?

Die Preise für PV-Module, Speicher und Komponenten stehen vor einem deutlichen Anstieg, prognostiziert 1KOMMA5° unter Berufung auf aktuelle Marktentwicklungen Anfang 2026. Als Haupttreiber gelten der Wegfall chinesischer Exportvergünstigungen und höhere Rohstoffpreise.

Und was empfiehlt 1KOMMA5°? Branchenvertreter wie Jannik Schall raten dazu, Investitionen in PV-Anlagen nicht zu lange hinauszuzögern, um von den derzeit noch moderat gestiegenen Preisen zu profitieren. Sein Vorschlag: Jetzt in eine PV-Anlage auf dem Dach und in Balkonkraftwerke investieren.

"Sobald sich die politischen Maßnahmen, Produktionskürzungen und hohen Rohstoffpreise vollständig in den Lieferketten widerspiegeln, ist mit steigenden Preisen auf dem deutschen Markt zu rechnen", betont Jannik Schall. "Wer also mit dem Gedanken spielt, in eine Photovoltaikanlage zu investieren, profitiert jetzt noch von den aktuell günstigeren Preisen."

Geht Energieministerin Katherina Reiche (CDU) bei der Solarenergie den falschen Weg?

Ein weiterer Grund, warum es viel Unsicherheit gibt, wie es mit der erneuerbaren Energie weitergeht, ist das Energieministerium. Dass Katherina Reiche (CDU) den Ausbau erneuerbarer Energien skeptisch sieht, ist in Berlin kein Geheimnis mehr. Ihr geht es darum, mit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes, den Ausbau erneuerbarer Energien zu verlangsamen und teurer zu machen. 

Zur Disposition stehen die Wiedereinführung der Mehrwertsteuer auf Solarprodukte und Handwerkerleistungen, eine Reduzierung oder gar der komplette Wegfall der Einspeisevergütung für PV‑Neuanlagen und der Verzicht auf die Erstattung von Kosten für Redispatchmaßnahmen. Außerdem sollen Netzbetreiber in Zukunft rund 1000 Euro für den Neuanschluss einer Solaranlage verlangen können. 

Das Ergebnis dieser Politik ist eine starke Verunsicherung der Verbraucher. Eine Befragung im Auftrag von 1KOMMA5°  zeigt, dass 27 Prozent der Interessenten an einer neuen PV-Anlage abspringen und weitere 37 Prozent noch einmal nachdenken wollen, ob sie sich die Investition auch leisten können. Dramatisch wird diese Politik, die Solarenergie auszubremsen, angesichts der weltweiten Krise bei den fossilen Energieträgern Öl und Gas.