Druckartikel: Schufa-Score wird angepasst: Kann sich meine Bewertung verschlechtern?

Schufa-Score wird angepasst: Kann sich meine Bewertung verschlechtern?


Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa, Ellen Schneider

Wiesbaden, Dienstag, 17. März 2026

Ab dem 17. März soll sich beim Schufa-Score einiges ändern - sowohl bezüglich der Methode zur Berechnung, als auch bei der Transparenz. Was die Reform konkret bedeutet.
Ab dem 17. März soll sich beim Schufa-Score einiges ändern - sowohl bezüglich der Methode zur Berechnung, als auch bei der Transparenz. Was die Reform konkret bedeutet. (Symbolbild)


Immer wieder wurde die Schufa in der Vergangenheit dafür kritisiert, dass sich der jeweilige Score, der die Kreditwürdigkeit einer Person abbilden soll, nicht transparent nachvollziehen lasse. Das soll sich nun ändern. Aber was bedeutet das für Verbraucher?

Ab dem 17. März 2026 soll ein vereinfachter Score gelten, den man dann nach einmaliger Registrierung kostenfrei einsehen kann. So sollen auch Laien transparent nachrechnen können, wie ihr Score zustande kommt. Dieser ist ein bedeutender Indikator für die Kreditwürdigkeit einer Person, der oft vor Abschluss von Verträgen oder Vergabe von Krediten zurate gezogen wird.

Neues Schufa-System ab 17. März: Das ändert sich für dich

Auch die Methode zur Berechnung ist eine neue. In der Vergangenheit wurde der Score anhand von 100 Kriterien berechnet. Nun sollen es nur noch die folgenden zwölf sein:

  • Alter der ältesten Kreditkarte
  • Alter der aktuellen Adresse
  • Anzahl von Anfragen und Abschlüssen für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen 12 Monaten
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit
  • Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation & (Online)-Handel in den vergangenen 12 Monaten
  • Alter des ältesten Bankvertrags
  • Immobilienkredit oder Bürgschaft
  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten
  • Kreditstatus
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung
  • Jüngster Rahmenkredit
  • Zahlungsstörungen

Aber was bedeutet das für die bisherigen Schufa-Scores? Wie die Auskunftei auf Anfrage der Bild verrät, soll der Score für 83 Prozent der Verbraucher gleichbleiben. Bei neun Prozent hingegen verbessere sich der Schufa-Score, bei acht Prozent der Verbraucher verschlechtere er sich. 

Neuen Schufa-Score einsehen: So geht's

Da es sich um sensible Daten handelt, ist es erforderlich, sich einmalig für den sogenannten Schufa-Account zu registrieren, wie die Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden erklärt. Interessenten müssen sich zunächst auf eine Warteliste setzen lassen (https://www.meineschufa.de/lp/schufa-warteliste) und werden dann der Reihe nach freigeschaltet. Um die persönlichen Schufa-Daten einsehen zu können, müssen sich Nutzer aus Datenschutzgründen identifizieren.

Bisher war dies mit einem Personalausweis und aktivierter Online-Ausweisfunktion möglich. Zukünftig soll auch eine Identifizierung per Brief angeboten werden. 

Für insgesamt zwölf - aus Sicht der Schufa verständliche - Kriterien werden Punkte vergeben, insgesamt 100 bis 999. Je höher die Gesamtpunktzahl, desto höher wird die Bonität des jeweiligen Verbrauchers eingeschätzt - also die Wahrscheinlichkeit, ob Rechnungen pünktlich bezahlt und Kredite zuverlässig getilgt werden. 

Weiterer Schritt zu mehr Transparenz

Die Schufa rechtfertigte ihre bisherige Zurückhaltung damit, dass der Score manipuliert werden könnte, wenn das Berechnungsmodell vollständig transparent wäre. "Es kommt laut Verbraucherbeschwerden immer wieder vor, dass negative Bewertungen auf falschen oder zumindest strittigen Daten beruhen", sagt Dorothea Mohn, Leiterin Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

Im Jahr 2024 gingen beim vzbv 317 Meldungen zu Problemen mit Bonitäts-Bewertungen ein, in 79 Prozent der Fälle ging es um die Schufa. Verbraucher gaben an, nicht nachvollziehen zu können, warum sie einen schlechten Score hatten.

"Die Bundesregierung sollte Auskunfteien dazu verpflichten, die Richtigkeit von Daten sicherzustellen", fordert Mohn.

Erweiterung geplant: Schufa-App soll ebenfalls kommen

"Der Aufwand, falsche Daten korrigieren zu lassen, kann sehr hoch sein." Der nun initiierte Schufa-Account als Zugang zu den persönlichen Daten bei der Auskunftei wird zunächst über eine Web-Anwendung erreichbar sein, die über den Browser auf dem PC, Tablet und Smartphone verfügbar sein wird.

Geplant ist eine Erweiterung um eine Schufa-App, die als Download in den gängigen App-Stores bereitgestellt werden soll. Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu 68 Millionen Menschen in Deutschland - überwiegend seien "ausschließlich positive Informationen gespeichert".

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