Ruhestand planen: Fünf Tipps für den optimalen Renteneintritt
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Dienstag, 13. Oktober 2026
Der Übergang in die Rente bringt viele Herausforderungen mit sich. Diese fünf Strategien erleichtern den Start in den Ruhestand.
Die einen beschäftigen sich mit ihrem Renteneintritt. Der Termin steht schon lange im Blick. Für die anderen wird es auf der Zielgeraden dann doch noch einmal richtig hektisch. Die größte Hürde, die aber unbedingt notwendig ist, ist der R0100: der Antrag auf Rente (ein Formular, das 22 Seiten stark ist). Damit der Start in den Ruhestand nicht zur Strapaze wird, empfiehlt sich eine rechtzeitige Planung. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg gibt fünf Tipps zum perfekten Eintritt in die Altersrente und dazu, wie konkret vorgegangen werden kann.
Rentenplanung frühzeitig starten: Warum der richtige Zeitpunkt zählt
Erster Tipp: Rechtzeitig mit der Planung beginnen. Die DRV Baden-Württemberg rät, den Renteneintritt nicht zu verdrängen. Konkret: Die DRV empfiehlt Versicherten, bei denen innerhalb der nächsten Jahre die Altersrente startet und damit der Übergang in den Ruhestand ansteht, das Thema mental, aber auch ganz praktisch anzugehen.
Die DRV empfiehlt, sich fünf Jahre vorher mit dem Ruhestand zu beschäftigen. Rentenberater Christian Hartmann hält dagegen drei Jahre für ausreichend.
"Für die meisten ist das ein großer Einschnitt", sagt der 43-jährige Berater, "schließlich haben sie oft mehr Zeit mit ihrem Job und ihren Kollegen verbracht als mit ihrer Familie. Mit dem Wegfall ihrer Tätigkeit ändert sich quasi von heute auf morgen der gesamte Alltag, plötzlich ist da sehr viel freie Zeit vorhanden."
Versicherungskonto und Rentenhöhe prüfen: So verschafft man sich einen Überblick
Zweiter Tipp: Überblick verschaffen. Ein erster Blick sollte auf das Versicherungskonto bei der DRV gehen. Dort sind die Zeiten aufgeführt, die für die Rente berücksichtigt sind. Über die Online-Services der DRV lässt sich eine sogenannte "Lückenauskunft" erstellen oder der Versicherungsverlauf anfordern, einschließlich einer Prognose, was bis zum Renteneintritt passiert, wenn alles so weitergeht wie bisher.
Versicherungszeiten sind deshalb wichtig, weil damit notwendige Wartezeiten nachzuweisen sind und sich dadurch die Rentenhöhe bestimmt. Fehlen beispielsweise Zeiten der eigenen Ausbildung oder Kindererziehung, sollten diese möglichst sofort geklärt und entsprechende Nachweise eingereicht werden. Ein lückenloses Versicherungskonto ist die Basis dafür, dass die Rente korrekt berechnet und schnell bewilligt wird. Der entscheidende Punkt ist natürlich die Höhe der Rente: Reicht sie aus, um den eigenen Lebensstandard zu erhalten?
Folgendes sollte bekannt sein: Die durchschnittliche gesetzliche Altersrente in Deutschland liegt im Jahr 2026 bei rund 1.449 Euro monatlich für Männer und 994 Euro für Frauen (Nettorente nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung). Mit dem aktuellen Rentenwert von 42,52 Euro pro Punkt kommt man nach 45 Versichertenjahren auf eine maximale Rente von rund 3.742 Euro. Nur 31.634 Rentner beziehen eine Nettorente von 3.000 Euro oder mehr. Das entspricht rund 0,15 % aller mehr als 21 Millionen Rentner. Die eigene Rente fällt vermutlich niedriger aus. Bei einem Rentenbeginn 2026 sind laut Deutscher Rentenversicherung 84 Prozent der Bruttorente steuerpflichtig, der Grundfreibetrag liegt bei 12.348 Euro. In einem separaten Artikel erklären wir, ab welcher Rentenhöhe tatsächlich Steuern fällig werden.