Rentenvergleich: Österreich, Schweiz, Niederlande und weitere Länder im Überblick
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Berlin, Freitag, 24. April 2026
Viele europäische Länder haben andere Rentensysteme als Deutschland. Ein Überblick zeigt, wie Österreich, die Schweiz und weitere Nachbarn ihre Altersvorsorge regeln und warum ihre Modelle oft als Vorbild gelten.
Im Ruhestand komfortabel leben: In Deutschland denkt derzeit eine Kommission darüber nach, wie das trotz aller Sparzwänge und der alternden Bevölkerung in Zukunft funktionieren soll. Nach der Aufregung über die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zur gesetzlichen Rente als "Basisabsicherung" stellte Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) klar, dass am Ende ein Modell stehen soll, das den Lebensstandard sichert.
Andere Länder schaffen dies aus Sicht der SPD-Chefin bislang besser - die deutschen gesetzlichen Renten mit durchschnittlich 1.400 Euro für Männer und 940 Euro für Frauen seien im europäischen Vergleich niedrig, rechnete Bas diese Woche bei "Maischberger" vor. Besonders Österreich wird immer wieder als Vorbild genannt. Doch wie unterscheidet sich das System vom deutschen "Drei-Säulen-Modell" mit gesetzlicher, privater und betrieblicher Rente? Und wie organisieren sich andere Nachbarn in Europa? Ein Überblick:
Die Pension in Österreich
In Österreich liegt die durchschnittliche Rente für Männer bei etwa 2.400 Euro, für Frauen bei 1.700 Euro. Bas erzählte in der Sendung, dass ihr Vater, der 45 Jahre oder länger als Busfahrer eingezahlt habe, in Deutschland wohl nur die Hälfte des Betrags seiner Berufskollegen in Österreich bekäme.
Dort werden die Rentenbeträge zudem 14 Mal pro Jahr ausbezahlt. Die Erhöhungen richten sich nach der Inflation. Das Regelpensionsalter beträgt für Männer 65 Jahre. Für Frauen wird es bis 2033 schrittweise auf 65 angehoben.
Der Hauptunterschied zu Deutschland: Es wird nicht zwischen Pensionen und Renten unterschieden - Beamte, andere Beschäftigte und Selbstständige zahlen verpflichtend in ein gemeinsames System ein. Das erklärt nach einer Vergleichsrechnung der Deutschen Rentenversicherung etwa 30 Prozent der höheren Zahlbeträge.
Dazu kommt: Der Rentenbeitragssatz liegt bei 22,8 Prozent und damit deutlich höher als die 18,6 Prozent in Deutschland; der Staat schießt mehr Geld in die Rentenkasse zu. Und die Bevölkerung ist im Durchschnitt etwas jünger.
Aber auch in Österreich gilt das System als höchst reformbedürftig. Mit rund 30 Milliarden Euro muss die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben geschlossen werden. Aktuelles Ziel ist daher, das Arbeiten im Alter nach Erreichen der Altersgrenze attraktiver zu machen.