Rente im Europa-Vergleich: So gut schneiden Österreich, Schweden und Co. ab
Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa
Berlin, Mittwoch, 06. Mai 2026
Im europäischen Vergleich wird deutlich: Deutschlands Rentensystem steht vor großen Herausforderungen – andere Länder machen vieles anders.
Wie gut ist die Rente in Deutschland wirklich? Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass andere Länder bei der Altersvorsorge teils deutlich besser aufgestellt sind. Österreich, die Niederlande, Schweden oder die Schweiz setzen auf andere Modelle und erzielen damit oft höhere Renten oder mehr Sicherheit im Alter. Auch Frankreich und Großbritannien gehen bei der Altersvorsorge teilweise andere Wege. Der Vergleich offenbart, wo Deutschlands Rentensystem Schwächen hat – und welche Reformideen aus dem Ausland spannend sein könnten. Was Deutschland von seinen europäischen Nachbarn lernen kann, zeigt dieser Artikel.
Die Pension in Österreich
In Österreich liegt die durchschnittliche Rente für Männer bei etwa 2.400 Euro, für Frauen bei 1.700 Euro. Bas erzählte in der Sendung, dass ihr Vater, der 45 Jahre oder länger als Busfahrer eingezahlt habe, in Deutschland wohl nur die Hälfte des Betrags seiner Berufskollegen in Österreich bekäme.
Dort werden die Rentenbeträge zudem 14 Mal pro Jahr ausbezahlt. Die Erhöhungen richten sich nach der Inflation. Das Regelpensionsalter beträgt für Männer 65 Jahre. Für Frauen wird es bis 2033 schrittweise auf 65 angehoben.
Der Hauptunterschied zu Deutschland: Es wird nicht zwischen Pensionen und Renten unterschieden - Beamte, andere Beschäftigte und Selbstständige zahlen verpflichtend in ein gemeinsames System ein. Das erklärt nach einer Vergleichsrechnung der Deutschen Rentenversicherung etwa 30 Prozent der höheren Zahlbeträge.
Dazu kommt: Der Rentenbeitragssatz liegt bei 22,8 Prozent und damit deutlich höher als die 18,6 Prozent in Deutschland; der Staat schießt mehr Geld in die Rentenkasse zu. Und die Bevölkerung ist im Durchschnitt etwas jünger.
Aber auch in Österreich gilt das System als höchst reformbedürftig. Mit rund 30 Milliarden Euro muss die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben geschlossen werden. Aktuelles Ziel ist daher, das Arbeiten im Alter nach Erreichen der Altersgrenze attraktiver zu machen.
Staats- plus Betriebsrente in den Niederlanden
Als vorbildlich werden oft auch die Niederlande genannt. Nach dem Allgemeinen Rentenversicherungsgesetz zahlen Arbeitnehmer in eine staatliche Versicherung ein. Anspruch auf eine Rente haben alle Einwohner, gestaffelt nach Aufenthaltsdauer in den Niederlanden und Wohnsituation. Die Staatsrente wird aus den Beiträgen bezahlt, der Staat gleicht etwaige Defizite aus.