Eigene Pläne zur Rente: Gewerkschaftsbund will Zeichen setzen
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Mittwoch, 21. Januar 2026
Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt mit einer eigenen Rentenkommission neue Akzente in der Rentendebatte.
Bis Mitte 2026 sollen konkrete Maßnahmen zur Rente vorliegen. Eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission soll im Rahmen des Ende 2025 beschlossenen Rentenpakets für entscheidende Impulse sorgen. Dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) ist das zu wenig.
In einer Stellungnahme kritisiert die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi die "permanenten Krisen- und Verzichtserzählung in der Rentendebatte". Mit einer eigenen Rentenkommission möchte sie einen Gegenpol dazu schaffen.
Was hat der Gewerkschaftsbund bei der Rente vor?
DGB-Chefin Yasmin Fahimi: "Wir wollen Sicherheit geben, Orientierung schaffen und mit einem eigenen, überzeugenden Zukunftskonzept einen Gegenpol setzen zur permanenten Krisen- und Verzichtserzählung in der Rentendebatte."
Rentenpolitik ist für Fahimi "eine Vertrauensfrage". Und dabei müsse in ihren Augen "eine starke gesetzliche Rente das Fundament des Sozialstaats" bleiben.
Wie sieht der DGB das aktuelle Rentensystem?
Bereits im Mai 2025 hatte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund zu den Plänen rund um die Rente geäußert. Und schon damals setze man vom Grundsatz her auf das bestehende System: "Gerade für junge Menschen sind ein stabiles Rentenniveau und ein erreichbares Rentenalter wichtig, damit sie Sicherheit haben und für ihr Alter planen können. Wir müssen stattdessen darüber reden, wie gerecht wir die Kosten für die Alterssicherung verteilen."
Gegenüber inFranken.de erklärte Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied: "Gut, dass die Koalition den Absturz des Rentenniveaus stoppen und es bis 2031 stabil halten will. Eine Studie der HTW Berlin zeigt, dass ein stabiles Rentenniveau für alle Generationen mehr Rente pro gezahltem Beitrag bringt. Das ist gerecht. Im Gegensatz dazu ist der von der Union geforderte Nachhaltigkeitsfaktor ungerecht. Gut ist auch, dass eine Rentenkommission die angemessene Höhe der Rente klären soll. "
Und Piel verteidigte das Rentensystem: "Die gesetzliche Rente sorgt mit ihrem solidarischen Umlagesystem grundsätzlich für Gerechtigkeit. Verbesserungsbedürftig sind Finanzierung, Leistungen und sozialer Ausgleich: Gerechter wäre, wenn der Bund alle gesamtgesellschaftlichen Aufgaben komplett selbst bezahlt."