Platz 2: Dieter Schwarz - 53,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 46,5 Milliarden Euro)
- Unternehmen: Lidl, Kaufland, PreZero, Schwarz Digits
- alle Neckarsulm, Baden-Württemberg
- Branchen: Einzelhandel, Entsorgung, IT, Immobilien
Platz 3: Familie Merck - 50,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 24,5 Milliarden Euro)
- Unternehmen: Merck
- Unternehmenssitz: Darmstadt, Hessen
- Branchen: Pharma, Chemie
Platz 4: Familie Susanne Klatten und Stefan Quandt - 33,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 36,1 Milliarden Euro)
- Unternehmen: BMW (München, Bayern); Altana (Wesel, Nordrhein-Westfalen); SGL Carbon (Wiesbaden, Hessen); Aqton, Delton (beide Bad Homburg, Hessen)
- Branchen: Auto, Beteiligungen
Platz 5: Familien Albrecht und Heister - 29,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 27,7 Milliarden Euro)
- Unternehmen: Aldi Süd
- Unternehmenssitz: Mülheim an der Ruhr, Nordrhein-Westfalen
- Branchen: Einzelhandel, Immobilien
Platz 6: Andreas von Bechtolsheim - 27,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 18,2 Milliarden Euro)
- Unternehmen: Arista Networks, vorm. Sun Microsystems
- beide USA
- Branche: Beteiligungen
Platz 7: Familie Reimann - 21,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 24,0 Milliarden Euro)
- Unternehmen: JAB Holding (Luxemburg); Keurig Dr Pepper, Coty (beide USA)
- Branchen: Getränke, Kosmetik, Haustierbedarf
Platz 8: Familie Henkel - 19,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 19,5 Milliarden Euro)
- Unternehmen: Henkel
- Unternehmenssitz: Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
- Branche: Konsumgüter
Platz 9: Familie Theo Albrecht junior und Familie Babette Albrecht - 17,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 17,6 Milliarden Euro)
- Unternehmen: Aldi Nord; Trader Joe's (USA)
- Unternehmenssitz: Essen, Nordrhein-Westfalen
- Branchen: Einzelhandel, Immobilien, Grundbesitz
Platz 10: Familie Hasso Plattner - 15,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 17,7 Milliarden Euro)
- Unternehmen: SAP
- Unternehmenssitz: Walldorf, Baden-Württemberg
- Branche: Software
Bei allen genannten Vermögensangaben handelt es sich laut Manager-Magazin um Schätzungen, die auf umfassenden Recherchen in Archiven, Registern sowie bei Vermögensverwaltern und Bankern basieren.
Warum Boehringer Ingelheim den Lidl-Giganten überholt hat
Der Wechsel an der Spitze des deutschen Reichtums-Rankings spiegelt keine plötzliche wirtschaftliche Veränderung wider. Vielmehr fehlte die Gesellschafterfamilie von Boehringer Ingelheim jahrelang im Ranking. Grund sei laut Spiegel-Gruppe eine Vereinbarung aus den Anfangsjahren der Reichstenliste gewesen. Inzwischen sei jedoch die Rechtmäßigkeit der Veröffentlichung von deutschen Gerichten bestätigt worden. Das 1885 gegründete Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim mit Hauptsitz in Ingelheim am Rhein bleibt familiengeführt und ist nicht an der Börse notiert. Das Unternehmen entwickelt Medikamente für die Humanmedizin und Tiergesundheit mit Schwerpunkten in folgenden Bereichen:
- Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes
- Onkologie
Zu den bekanntesten Produkten des Pharmariesen zählen Jardiance (Empagliflozin) zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Herzinsuffizienz, das Atemwegsmedikament Spiriva (Tiotropium) für COPD und Asthma sowie Pradaxa (Dabigatran), ein Gerinnungshemmer zur Schlaganfallprophylaxe, wie das Pharma-Informationsportal Sanoliste berichtet. Mit Ofev (Nintedanib) bietet Boehringer Ingelheim zudem eine wichtige Therapie für Lungenfibrose und Lungenkrebs an.
Schwarz‑Gruppe weiterhin erfolgreich
Obwohl Dieter Schwarz die Spitzenposition verloren hat, bleibt er in der Region Heilbronn-Franken unangefochtener Spitzenreiter. Die bekanntesten Unternehmen der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm sind die beiden Handelsketten Lidl und Kaufland. Lidl betreibt mittlerweile über 12.000 Filialen in mehr als 30 Ländern, Kaufland rund 1.500 Standorte. Der Konzern erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von über 180 Milliarden Euro. Für das laufende Geschäftsjahr plant die Schwarz-Gruppe Investitionen von mehr als zehn Milliarden Euro, davon rund fünf Milliarden Euro in Deutschland.
Die Geschäftsbereiche der Schwarz-Gruppe:
- Lidl: Internationaler Discounter mit über 12.000 Filialen
- Kaufland: Hypermarkt-Kette mit rund 1.500 Standorten
- PreZero: Entsorgung und Recycling
- Schwarz Produktion: Lebensmittelherstellung
- Schwarz Digits: IT-Dienstleister und Cloud-Lösungen
Über die Dieter-Schwarz-Stiftung unterstützt der Milliardär zahlreiche Bildungs- und Innovationsprojekte in Heilbronn, darunter den Bildungscampus und den Innovationspark für Künstliche Intelligenz. Schwarz hält sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück – es existieren kaum Bilder von ihm, Interviews gibt er praktisch nie. Aktuell investiert die Schwarz‑Gruppe über ihre Tochter Schwarz Digits elf Milliarden Euro in ein gigantisches Rechenzentrum im brandenburgischen Lübbenau. Ziel ist es, die digitale Souveränität Europas stärken. Schwarz ist bereits seit Längerem auch als IT-Dienstleister aktiv und plant, sich als europäische Alternative zu Anbietern wie Amazon Web Services und Microsoft Azure aufzustellen.
Pharma dominiert, Tech-Milliardär legt rasant zu
Bemerkenswert am Vermögens-Ranking 2026 ist die starke Präsenz der Pharmaindustrie an der Spitze: Mit Boehringer Ingelheim auf Platz eins und Merck auf Rang drei beherrschen gleich zwei Pharmaunternehmen die Top drei.
Als ältestes pharmazeutisch-chemisches Unternehmen der Welt (seit 1668) hat sich Merck von einer Darmstädter Apotheke zu einem führenden Wissenschafts- und Technologiekonzern entwickelt. Der Erfolg basiert auf drei Geschäftsbereichen: biopharmazeutische Therapien zur Behandlung von Krebs und Multipler Sklerose, wegweisende Systeme für die wissenschaftliche Forschung sowie Flüssigkristalle für Smartphones und LCD-Fernseher, wie das Chemie-Portal Chemie.de berichtet.
Während die Familie Merck ihr Vermögen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppeln konnte – ein spektakulärer Sprung von 24,5 auf 50,7 Milliarden Euro –, verzeichnete auch Andreas von Bechtolsheim (Platz sechs) einen beachtlichen Zuwachs von 18,2 auf 27,7 Milliarden Euro durch seine Beteiligungen an Tech-Unternehmen.
Auffällig sind zudem die regionalen Schwerpunkte: Nordrhein-Westfalen ist mit vier Platzierungen besonders stark vertreten, während Baden-Württemberg durch die Schwarz-Gruppe und SAP gleich zwei bedeutende Wirtschaftsgrößen beheimatet. Die traditionsreichen Einzelhandelsdynastien der Familien Albrecht bleiben mit Aldi Süd und Aldi Nord weiterhin fest in den Top Ten verankert, während die BMW-Erben Klatten und Quandt als einzige in den Top vier Vermögensverluste hinnehmen mussten.
Insgesamt zählt Deutschland laut Manager Magazin aktuell 257 Milliardärinnen und Milliardäre – so viele wie nie zuvor. Damit stieg das Gesamtvermögen der 100 reichsten Deutschen in den vergangenen zwölf Monaten um 3,4 Prozent auf knapp 784 Milliarden Euro. Die Liste erschien zum 26. Mal.