Rechnungskauf nicht immer wie gedacht: Das solltest du zu neuen Regeln wissen
Autor: Alexander Böhm
Deutschland, Mittwoch, 20. Mai 2026
Das neue Verbraucherkreditgesetz soll dich beim Onlinekauf besser schützen. Beim Rechnungskauf bleibt wichtig, wann er nicht als Kredit gilt.
Der Bundestag hat strengere Regeln für Verbraucherkredite beschlossen, der Bundesrat hat die Reform am 8. Mai 2026 gebilligt. Hintergrund ist die Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie, durch die auch Kleinkredite, zinsfreie Kredite und bestimmte Buy-now-pay-later-Angebote (BNPL) stärker erfasst werden. Beim Rechnungskauf geht es deshalb um die Frage: Wann ist "Jetzt kaufen, später bezahlen" ein Kredit, und wann ist der Rechnungskauf kein Kredit?
Was hat der Bundestag beschlossen?
Der Bundestag hat am 17. April 2026 das Gesetz zur Umsetzung der neuen Verbraucherkreditrichtlinie beschlossen, wie der Bundestag berichtet. Die Reform soll den Verbraucherschutz stärken, weil digitale Finanzierungsangebote oft schnell abgeschlossen werden. Das betrifft vor allem Fälle, in denen ein Kauf nicht sofort bezahlt wird, sondern später oder in Raten.
Die Bundesregierung nennt unter anderem Kleinkredite bis 200 Euro, kurze Laufzeiten sowie zins- und gebührenfreie Kredite. Auch BNPL-Modelle sollen stärker unter die Regeln fallen. Ziel ist unter anderem, dass Verbraucher durch viele kleine Zahlungsaufschübe nicht unbemerkt in eine Überschuldung geraten.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder Rechnungskauf automatisch wie ein klassischer Kredit behandelt wird. Genau diese Abgrenzung ist für den Onlinehandel wichtig. Wenn ein einfacher Rechnungskauf nicht unter die Kreditregeln fällt, bleibt der Bezahlvorgang für Kunden meist kürzer. Angebote mit Ratenzahlung oder Finanzierung müssen dagegen weiterhin genauer geprüft werden.
Was sagt der bevh zum Rechnungskauf?
Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh) begrüßt die Ausnahmen für den Kauf auf Rechnung. In seiner Mitteilung schreibt der bevh, der Rechnungskauf werde "anders als ursprünglich geplant" in deutlich mehr Fällen nicht mehr als Kredit gewertet. Diese Aussage ist wichtig, bleibt aber eine Verbandsposition.
Der Verband argumentiert, das Gesetz stärke den Verbraucherschutz, ohne den Checkout unnötig zu erschweren. Für Händler geht es dabei um praktikable Abläufe und weniger zusätzliche Schritte beim Bezahlen. Für Verbraucher kann das bedeuten, dass einfache Rechnungszahlungen nicht automatisch durch Kreditprozesse komplizierter werden.
Wenn der Verband den Rechnungskauf als sicherste und einfachste Bezahlmethode im Onlinehandel beschreibt, ist das aber kein neutraler Gesetzeskommentar, sondern seine Bewertung. Die Kernbotschaft lautet: Der Kauf auf Rechnung bleibt in mehr Fällen kein Verbraucherkredit. Eine frühere bevh-Stellungnahme zeigt zudem, dass der Verband schon im Gesetzgebungsverfahren darauf drängte, den Kauf auf Rechnung nicht mit anderen Finanzierungsformen gleichzusetzen.