Photovoltaik ohne Netzvorteil? Was Eigentümer jetzt beachten sollten
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Montag, 04. Mai 2026
Geht es nach Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU), dann ist mit der Einspeisevergütung ab 2027 für neue, kleine PV-Anlagen für den Hausgebrauch endgültig Schluss. Trotzdem ist es sinnvoll, auf Solarenergie zu setzen.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will die bisherige EEG-Einspeisevergütung für Ökostrom für neue PV-Anlagen abschaffen. Deshalb fragen sich viele Hauseigentümer: Ist eine PV-Anlage unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten noch sinnvoll? Damit sich eine PV-Anlage auch ohne EEG-Einspeisevergütung rentiert, ist es entscheidend, den Eigenverbrauch zu steigern. Denn je mehr du den erzeugten Solarstrom selbst nutzt und nicht verkaufst, umso größer sind die Einsparungen.
Die Ausgangsbasis: Wie hoch ist die aktuelle Einspeisevergütung?
Noch gibt es sie: die Einspeisevergütung für kleine Neuanlagen. Das ist die staatlich garantierte Förderung von Strom, der aus deiner PV-Anlage ins öffentliche Netz fließt. Geregelt ist das im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Seit dem 1. Februar 2026 beträgt die gesetzliche Einspeisevergütung 7,78 Cent je Kilowattstunde (kurz: ct/kWh) für eine Teileinspeisung für eine neue PV-Anlage bis 10 Kilowattpeak (kWp) installierter Leistung. Und 12,34 ct/kWh für die Volleinspeisung von Solarstrom.
Bei neuen PV-Anlagen mit 10 bis 40 kWp Leistung sind es nur 6,73 ct/kWh bei Teileinspeisung und 10,35 ct/kWh bei Volleinspeisung. Ist dein Antrag genehmigt, gilt der jeweilige Betrag 20 Jahre lang. Beispiel: Wenn du in diesem Jahr noch eine PV-Anlage anmeldest, bekommst du 20 Jahre lang die zugesicherte Einspeisevergütung von deinem Netzbetreiber.
Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG), das voraussichtlich zum 1.1.2027 in Kraft treten soll, ist der ersatzlose Wegfall der Einspeisevergütung für Anlagen unter 25 kWp geplant. Offizielle Begründung von Energieministerin Katherina Reiche: "Kleine PV-Anlagen rechnen sich vielfach bereits heute aufgrund hoher Eigenverbrauchsanteile, zum Beispiel für Wärmepumpen, Wallboxen, etc.", heißt es in der Begründung zum Entwurf des GMG. Aber stimmt das auch?
Der Speicher als Chance: Verbessert sich die Amortisationszeit?
Ein kurzer Blick auf die Stromrechnung zeigt schon den Vorteil, den der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms erwirtschaftet: Solarstrom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn für weniger als 8 Cent pro kWh an den Netzbetreiber zu verkaufen, senkt deine Stromrechnung gewaltig. Denn, für den Haushaltsstrom vom Netzbetreiber zahlst du zwischen 30 oder gar 40 Cent pro kWh. Dein Solarstrom kostet dich weniger als 8 ct/kWh, hat die Stiftung Warentest ausgerechnet. Nach Berechnungen der Firma 1KOMMA5°, sind es sogar nur zwischen 5 und 6 ct/kWh.
Experten sehen in einem zusätzlichen Speicher die Chance, den Eigenverbrauch nachhaltig zu steigern. Ein Batteriespeicher verkürzt zusätzlich die Zeit der Amortisation, weil du mehr Strom selbst nutzt. "Perspektivisch werden Speicher noch wichtiger, wenn sie flexibel sowohl PV-Strom als auch Netzstrom speichern und Ladepunkte von Elektroautos einbinden dürfen", so argumentiert die niedersächsische Energieagentur.
Dazu musst du den erzeugten Strom deiner PV-Anlage zur Deckung deines eigenen Bedarfs nutzen und so den 'Autarkiegrad' steigern. Den Gedanken der Voll- oder Teileinspeisung ins öffentliche Stromnetz solltest du komplett aufgeben. Dann steht einer optimalen Nutzung deiner Solarpanels auf dem Dach nichts mehr im Wege. Vor allem dann nicht, wenn du mit einer Wärmepumpe im Winter heizt und im Sommer kühlst. Optimal ist es außerdem, wenn du ein E-Auto fährst, das du an deiner Wallbox lädst.