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Pflegeversicherung: CSU will Beamte und Selbstständige einbinden


Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa

Augsburg, Mittwoch, 20. Mai 2026

Die CSU-Expertin Emmi Zeulner fordert, dass auch Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Pflegeversicherung einzahlen. Damit könnte mehr Geld für die Pflege in Deutschland gesichert werden.
Aus der CSU kommt der Vorschlag, dass auch Beamte und Selbstständige in die gesetzliche Pflegeversicherung einbezahlen sollen.


Beamte und Selbstständige sollten laut der CSU-Gesundheitsexpertin Emmi Zeulner zukünftig die gesetzliche Pflegeversicherung mitfinanzieren. "Um die Einnahmenseite der Pflegeversicherung zu stärken, gilt es, die Verantwortungsgemeinschaft um die Privatversicherten und Beamten zu erweitern", sagte Zeulner der Augsburger Allgemeinen am Mittwoch (20. Mai 2026).

Es sei notwendig, eine breitere Basis von Beitragszahlern zu schaffen, anstatt die Belastungen immer weiter zu erhöhen. Der Vorschlag von Zeulner bewegt sich damit in Richtung einer Bürgerversicherung für alle, die die SPD seit Langem fordert, die jedoch bisher von der Union abgelehnt wurde, berichtete die Zeitung. Beamte, Selbstständige und freiwillig Privatversicherte zahlen üblicherweise in private Pflegekassen ein.

Paradigmenwechsel bei der Kostenabrechnung

Zeulner schlug zudem einen Paradigmenwechsel bei der Kostenabrechnung in den Heimen vor. Wenn dort unter anderem eine Pflegekraft eine Spritze setzt, übernimmt bisher die Pflegekasse die Kosten. Sie möchte diese Kosten für medizinische Behandlungen auf die Krankenkassen übertragen, um die Pflegeversicherung zu entlasten, erklärte die Unionsobfrau des Bundestagsausschusses für Gesundheit.

Zeulner kündigte gleichzeitig Widerstand gegen Überlegungen von CDU-Gesundheitsministerin Nina Warken an, bei pflegenden Angehörigen die Rentenpunkte zu kürzen, die bislang von der Pflegekasse übernommen werden.

"Die Rentenbeiträge müssen weiterhin vollständig entrichtet werden", betonte Zeulner. Unterstützung erhielt sie dabei vom Sozialverband Deutschland: "Statt eines Spargesetzes braucht es jetzt echte Strukturreformen mit einer solidarischen Finanzierung der Pflege", sagte Verbandspräsidentin Michaela Engelmeier der Augsburger Allgemeinen.