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Öko-Test zu Spülmitteln: Ein beliebter Klassiker fällt überraschend durch


Autor: Klaus Heimann

Deutschland, Sonntag, 26. April 2026

Öko-Test hat 26 Handspülmittel untersucht. Viele sind gut und günstig, aber nur zwei von ihnen schaffen eine exzellente Leistung und erhalten die Note "sehr gut".
Mit der Hand spülen ist auch im Zeitalter der Spülmaschinen angesagt.


Wie gut reinigen Handspülmittel? 26 flüssige Spülmittel, acht davon waren Konzentrate, hat "Öko-Test" (Ausgabe 04/2026) unter die Lupe genommen – mit einem klaren Fokus: Wie gut lösen sie Fett und hartnäckige Essensreste im Alltag? Die Ergebnisse sind ernüchternd: Nicht einmal die Hälfte der Spülmittel schafft im Praxistest ein "gut" oder "sehr gut" – obwohl Öko-Test bei der Entfernung der fettigen "Hardcore-Kruste" schon weniger streng bewertete, als es die Qualitätsbewertung Handgeschirrspülmittel des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) eigentlich vorsieht. 

Wer ist der Testsieger bei den Spülmittelkonzentraten?

Viele Handspülmittel reinigen nur "mäßig" oder sogar lediglich "dürftig", wie die Testcrew unter Leitung von Ökotoxikologe Timm Knautz verrät. "Hier hatten wir uns eigentlich mehr erwartet." Handspülmittel sollen Fett und Eingebranntes zuverlässig lösen und beseitigen. Doch genau hieran scheitern viele Spülmittel.

Generell gilt: "Grundsätzlich performen die Konzentrate besser als die normalen Spülmittel", heißt es im Testreport. Acht Produkte betiteln sich selbst als Konzentrat. Der Testsieger kommt von Rewe: Ja! Ultra-Power-Spülmittelkonzentrat (25 Cent pro 100 ml) und schaffte im Gesamturteil ein  "sehr gut". 

Das schlechteste Gesamtergebnis im Test fährt das Fit Original Spülmittel (28 Cent pro 100 ml) mit der Note "mangelhaft" ein. Das Labor von Öko-Test hat in diesem Spülmittel Formaldehyd nachgewiesen. Möglicherweise stammt es aus dem deklarierten und im Labor nachgewiesenen Konservierungsmittel Bronopol, das die gesundheitsschädliche Substanz abspalten kann.

Warum schneidet das Handgeschirrspülmittel von Fairy so schlecht ab?

Bei den Handspülmitteln, die ohne den Zusatz 'Konzentrat' im Handel zu kaufen sind, konnte das Sodasan Spülmittel Lemon & Lime überzeugen (46 Cent pro 100 ml, gibt es im Internet und in Müller-Drogeriemärkten zu kaufen). Das Spülmittel erhielt das Gesamturteil "sehr gut".

Das beliebte Fairy-Konzentrat-Handgeschirrspülmittel von Procter & Gamble hatte zwar in der Praxisprüfung noch ein glänzendes "sehr gut", scheiterte aber am UFI-Code. Der ist wichtig für Notfälle: Hat ein Kind etwa einen Schluck aus der Spülmittelflasche genommen, hilft ein Anruf in der Giftnotrufzentrale in Bayern, die jeweilige Rezeptur zu identifizieren.

Bei Fairy Konzentrat Handgeschirrspülmittel ist der UFI-Code so klein ausgefallen, dass er nur mit Mühe lesbar ist. "Und das ist nur einer unserer Kritikpunkte an der Deklaration des Produkts", schreibt Öko-Test. "Schade drum: Fairy vermiest sich damit sein ansonsten tadelloses Ergebnis und landet am Ende nur bei "befriedigend".

Schwamm oder Bürste – was ist besser?

Es gibt einen lang andauernden Streit, um die Frage: Geschirr spülen mit der Spülmaschine oder per Hand? In der Regel lohnt sich der Einsatz der Spülmaschine. Ist sie voll beladen, wird im Vergleich mit dem Spülen per Hand etwa ein Drittel weniger Strom und nur die Hälfte der Wassermenge verbraucht.

Trotzdem ist Handspülen nicht gänzlich aus der Mode: Das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft (KoHW) des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus in München fasst deshalb aktuelle Studien zusammen und gibt wertvolle Tipps zum hygienischen Geschirrspülen von Hand.

In den meisten europäischen Ländern spülen die Menschen ihr Geschirr am liebsten mit einem Schwamm. Das ist aber falsch: Spülbürsten sind insgesamt hygienischer als Spülschwämme. Grund dafür ist der poröse Aufbau der Schwämme. In den vielen Löchern und Poren vermehren sich die Keime optimal. 

Tipps zum richtigen Geschirrspülen mit der Hand

Die folgenden Tipps sind angelehnt an die Empfehlungen des ForumWaschen. Das ist eine Dialogplattform mit Akteuren, die sich für Nachhaltigkeit in den Bereichen Waschen, Abwaschen und Reinigen im Haushalt engagieren.

Entsorge vor dem Spülen grobe Speisereste. Angetrocknetes und Eingebranntes in Wasser mit wenig Spülmittel einweichen. Die Reihenfolge ist wichtig: vom weniger Verschmutzten zum stark Verschmutzten. Teile ansammeln und in einem halb voll gefüllten Becken mit heißem Wasser spülen. Keine gute Idee ist es, unter fließendem Wasser zu spülen. Erst Wasser, dann Spülmittel ins Becken. Hast du ein zweites Becken, dann mit klarem Wasser nachspülen.

Das gespülte Geschirr an der Luft trocknen oder vor dem Abtrocknen abtropfen. Geschirrtuch, Spültuch und Schwamm trocknen lassen. Regelmäßiger Austausch ist wichtig, spätestens nach einer Woche. Geschirrtücher bei 60 Grad in der Maschine waschen