Neue Euro-Scheine: Die EU will deine Meinung wissen
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Deutschland, Montag, 27. Juli 2026
Die EU will neue Geldscheine gestalten – und bittet in diesem Zusammenhang um die Meinung ihrer Bürger. Bei einer Abstimmung im Internet kann jeder bis zum 21. September 2026 freiwillig und anonym seine Meinung kundtun. Zehn mögliche Designs werden zur Auswahl gestellt.
Unter jedem möglichen Schein-Design können Fragen beantwortet werden. Nach zehn Design-Vorschlägen gibt es noch ein paar allgemeine Fragen zur Person, damit, wie es heißt, die Ergebnisse „differenzierter“ ausgewertet werden können. In einer Vorauswahl für die Motive der neuen Banknoten hatte die EZB bereits Anfang vergangenen Jahres zwei Themen festgelegt. Jetzt stehen in verschiedenen Designs Sets mit Flüssen oder Vögeln zur Auswahl, ebenso wie Sets zum Thema „Europäische Kultur“. Abgebildet sind konkret etwa Ludwig van Beethoven, Marie Curie oder Leonardo da Vinci ebenso wie Eisvogel und Weißstorch. Auch europäische Institutionen wie das Europäische Parlament oder die Europäische Kommission sind zu sehen.
Medienberichten zufolge will die Europäische Zentralbank (EZB) bis Ende 2026 einen Vorschlag auswählen. Bis die neuen Banknoten dann in den Brieftaschen der Menschen landen, dürfte es aber noch deutlich länger dauern.
Euro-Banknoten seien mehr als ein Zahlungsmittel, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Vorstellung der von Grafikdesignern gestalteten Vorschläge. Es sei der Notenbank wichtig, die Stimme des Volkes dazu zu hören: „Die Banknoten gehören Ihnen.“ Der Euro ist gemeinsame Währung von rund 358 Millionen Menschen in 21 Ländern der Europäischen Union.
Neue Banknotenserien sollen auch Kriminellen das Handwerk erschweren
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel appelliert: „Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihre Meinung einzubringen und die Zukunft des Euro mitzugestalten.“ Je mehr Menschen abstimmten, „desto besser spiegeln die Euro-Banknoten künftig die Vielfalt und die Werte Europas wider“.
Die EZB hatte Ende 2021 einen Prozess zur Neugestaltung der Geldscheine angestoßen. Notenbanken entwickeln regelmäßig neue Banknotenserien, um Kriminellen das Handwerk zu erschweren. „Mit verbesserten und innovativen Sicherheitsmerkmalen wollen wir den Fälschern immer einen Schritt voraus sein“, sagt Bundesbank-Präsident Nagel.
Euro-Scheine sollen länger halten und besser erkennbar sein
Zudem wollen die Euro-Währungshüter die Umweltfolgen der Produktion verringern: Ziel ist, dass die Scheine länger halten. Ein weiterer Aspekt: Für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen sollen die Banknoten besser erkennbar sein.
Die ersten Euro-Banknoten wurden am 1. Januar 2002 ausgegeben. Seit Mai 2019 ist die zweite Generation der Scheine mit neuen Sicherheitsmerkmalen komplett. Die Motive auf den aktuellen Euro-Banknoten sind – anders als bei den früheren nationalen Währungen wie der D-Mark – eher nüchtern: Bauwerke, die es in Wirklichkeit nicht gibt.