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Mit 63 in Rente? Für wen sich der frühere Ruhestand wirklich lohnt


Autor: Arun Niemann

Deutschland, Dienstag, 27. Oktober 2026

Wer wünscht sie sich nicht, die frühere Rente mit 63, um den wohlverdienten Ruhestand zu genießen? Doch die Zeiten, in denen das abschlagsfrei möglich war, sind leider vorbei. Was kostet die Frührente also und für wen lohnt sie sich wirklich?
Wer früher in Rente geht, muss dauerhaft mit Abschlägen rechnen.


Bei der „Rente mit 63“ können laut Deutscher Rentenversicherung (DRV) grundsätzlich zwei verschiedene Rentenarten gemeint sein: einerseits die Altersrente für besonders langjährig Versicherte und andererseits die Altersrente für langjährig Versicherte. Erstere setzt 45 Versicherungsjahre voraus und wird abschlagsfrei ausgezahlt. Allerdings konnte sie nur von Jahrgängen bis 1952 mit 63 in Anspruch genommen werden. Seitdem wird die Altersgrenze der Bundesregierung zufolge um zwei Monate pro Jahrgang angehoben. Daraus ergibt sich ein Rentenalter von 65 für alle, die ab dem Jahrgang 1964 geboren sind. 

Die Altersrente für langjährig Versicherte kann hingegen bereits nach 35 Versicherungsjahren in Anspruch genommen werden. Dementsprechend ist eine Frührente mit 63 bei dieser Rentenart noch möglich. Allerdings müssen Sie dafür auch Abschläge in Kauf nehmen und auf einen Teil Ihrer eigentlichen Rente verzichten.

Rente mit 63: So viel Geld kosten die Abschläge

Die Höhe der Abschläge errechnet sich dabei immer durch die Anzahl der Monate, die Sie vor der Regelaltersgrenze in Rente gehen. Pro Monat ist ein Abschlag von 0,3 Prozent festgesetzt und ab dem Jahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. So ergibt sich bei einer Frührente mit 63 laut DRV ein Abschlag von 14,4 Prozent. Zusätzlich müssen Sie auch berücksichtigen, dass Sie während der Frührente auch keine Beiträge mehr einzahlen und dementsprechend weniger Rentenpunkte sammeln, was die Differenz zur „normalen Rente“ mit 67 weiter erhöht. 

Hier ein vereinfachtes Rechenbeispiel zum besseren Verständnis: Seit dem 1. Juli 2026 ist ein Rentenpunkt genau 42,52 Euro wert. Bei 40 Rentenpunkten mit 63 hätten Sie also Anspruch auf eine Rente von 1.700,80 Euro brutto, von denen nach besagtem Abschlag jedoch nur noch 1.456 Euro verbleiben. Hätten Sie stattdessen mit einem durchschnittlichen Verdienst bis 67 weitergearbeitet und vier weitere Rentenpunkte verdient, kämen Sie auf 1.871 Euro Rente. So ergibt sich eine Differenz von 415 Euro im Monat.

Ab wann rechnet sich längeres Arbeiten?

Natürlich muss man aber auch bedenken, dass der Frührentner mit 67 bereits einen Vorsprung von vier Jahren hat, in denen er insgesamt 48 Mal die 1.456 Euro Rente beziehen konnte. Daraus ergibt sich ein Rentenvorteil von rund 69.900 Euro, welcher von der höheren „normalen Rente“ erst nach rund 14 Jahren aufgeholt wird. Die 415 Euro mehr pro Monat zahlen sich also erst ab einem Alter von 81 Jahren wirklich aus. 

Betrachtet man jedoch die aktuelle Sterbetafel des Statistischen Bundesamts, verbleiben 65-jährigen Männern im Schnitt noch 18,2 Jahre und Frauen sogar 21,2 Jahre. Wer durchschnittlich lange lebt, für den zahlt sich längeres Arbeiten am Ende also auch finanziell aus. Bitte beachten Sie bei diesem Beispiel jedoch, dass es sich um eine vereinfachte Rechnung handelt, die weder Steuern noch Krankenversicherungskosten berücksichtigt.

Für wen lohnt sich der frühere Ruhestand?

Für Menschen, deren Gesundheit bereits zum Renteneintritt stark angeschlagen ist oder die in körperlich und psychisch belastenden Berufen arbeiten, kann eine Frührente durchaus sinnvoll sein. Vor allem für diese Beschäftigten sei ein wohlverdienter Ruhestand nach 45 Jahren unverzichtbar, argumentiert die IG Metall. Auch Ersparnisse, eine Betriebsrente oder das Einkommen des Partners können den Schritt in die Frührente erleichtern. Ohne derartige finanzielle Sicherheiten und bei ohnehin niedrigem Rentenanspruch fallen die 14,4 Prozent Abschlag jedoch besonders hart ins Gewicht. 

Bevor Sie Ihre Entscheidung treffen, ist es auf jeden Fall sinnvoll, einen Blick auf Ihre individuelle Rentenauskunft zu werfen, welche Sie ab 55 automatisch erhalten sollten. Zudem kann beim Servicetelefon der DRV unter 0800 1000 4800 eine kostenlose Beratung eingeholt werden. Um die Abschläge der Frührente auszugleichen, können Sie ab 50 zudem auch Sonderzahlungen an die Rentenversicherung zahlen. 

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