Minijob-Reform ab 2027: Was soll sich ändern?
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Mittwoch, 07. Oktober 2026
Die Zukunft der Minijobs steht 2027 auf dem Prüfstand. Welche Veränderungen und Kosten auf Arbeitgeber und Beschäftigte zukommen, zeigt der Überblick.
Im Herbst 2026 steht die Bundesregierung vor entscheidenden Weichenstellungen. Neben der Rentenreform, die zunächst im Kabinett beraten und anschließend im Bundestag und Bundesrat diskutiert wird, rückt auch die Zukunft der Minijobs in den Fokus.
Dieses Beschäftigungsmodell ist für viele Menschen in Deutschland eine zentrale Einnahmequelle – es bietet Flexibilität bei gleichzeitig geringerem Abgabenaufwand. CSU-Parteichef Markus Söder ist sich in der Debatte um Renten- und Sozialreformen in Deutschland sicher: "Die Minijobs bleiben», sagte der bayerische Ministerpräsident im Sommer der «Augsburger Allgemeinen". "Man kann darüber sprechen, wie Menschen mit Minijobs stärker vor Altersarmut geschützt werden. Aber eine Abschaffung wäre falsch und würde wichtigen Branchen wie der Gastronomie, dem Einzelhandel oder der Landwirtschaft schwer schaden."
Unsere Analyse beleuchtet, wie sich die Rahmenbedingungen für Minijobs aktuell darstellen und welche Entwicklungen zu erwarten sind. Plus: Neue Details zu geplanten Änderungen ab 2027.
Warum sind Handel und Gastronomie optimistisch, die Minijobs zu erhalten?
Die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels – der Handelsverband Deutschland (HDE) – ist ausgesprochen optimistisch, dass es die Minijobs auch 2027 noch gibt. Steven Haarke, HDE-Geschäftsführer für Arbeit, Bildung, Sozial- und Tarifpolitik, begründet diese Prognose auf Anfrage von inFranken.de mit einer Ansage des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Markus Söder.
Es habe schließlich im Interview mit der Augsburger Allgemeinen eine "klare Aussage" gemacht, dass die Minijobs nicht zur Disposition stehen. "Wir bauen hier auf die Einsicht und die Vernunft der Politik. 800.000 Minijobber im Einzelhandel und viele Unternehmen in der Branche sind auf einen vernünftigen und zukunftssicheren Umgang mit dieser Beschäftigungsform angewiesen."
Geschäftsführer Haarke erwartet von der Politik, dass sie "nicht mit den Lebensmodellen vieler Menschen spielt", betonte er unserem Online-Magazin gegenüber. Den Plan der Regierung, bei den Minijobs zusätzliche Abgaben zu kassieren, lehnt der HDE ab. "Wir appellieren an die Politik, die Minijobs in ihrer heutigen Form zu erhalten und auch nicht unverhältnismäßig für Arbeitgeber zu verteuern." Wenn Minijobs deutlich teurer würden, drohe die "Abschaffung dieser Beschäftigungsform durch die Hintertür."
Warum sind die Handwerker so nachdenklich?
Die Einschätzung, dass die Minijobs für viele Branchen von unverzichtbarer operativer Bedeutung sind, teilt auch der Deutsche Hotellerie- und Gaststättenverband (DEHOGA). In der Krise gilt es stattdessen, die Arbeitskosten zu reduzieren und mehr Flexibilität zu ermöglichen. "Wenn die Bundesregierung die Bedeutung der unverzichtbaren Minijobs anerkennt, braucht es eine Beitragslast, die für Arbeitgeber tragbar bleibt", betont Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA‑Bundesverbandes. Die Gaststätten und Hotelbetriebe beschäftigen hierzulande exakt 951.078 Minijobbende.