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Lohnlücke in Bayern: Frauen mit 5,28 Euro Stundenlohn-Nachteil


Autor: Nadine Wüste, Agentur dpa

Fürth, Freitag, 20. März 2026

In Bayern verdienen Frauen im Schnitt deutlich weniger als Männer. Die Lohnlücke liegt laut Statistikamt bei 5,28 Euro pro Stunde und ist größer als im Bundesdurchschnitt.
Der Gender Pay Gap in Bayern ist mit 19 Prozent größer als im bundesweiten Vergleich, wobei Frauen durchschnittlich 5,28 Euro weniger pro Stunde verdienen als Männer.


Frauen erhalten in Bayern durchschnittlich fast 5,30 Euro pro Stunde weniger als Männer. Die Differenz bei der Entlohnung hat sich somit zuletzt wieder vergrößert. Im Freistaat ist der prozentuale Unterschied im Vergleich auch höher als im nationalen Durchschnitt, wie das Landesamt für Statistik mitteilte.

Frauen in Bayern verdienten im letzten Jahr somit durchschnittlich 23,22 Euro brutto je Stunde. Männer hingegen im Schnitt 28,50 Euro. Das bedeutet für Frauen 5,28 Euro weniger - oder 19 Prozent. Das sind dem Landesamt zufolge drei Prozentpunkte mehr als im bundesweiten Vergleich.

Woher rührt der Gehaltsunterschied aus statistischer Perspektive?

Im Jahr 2024 hatte der absolute Unterschied in Bayern mit knapp 5 Euro etwas geringer ausgesehen. Prozentual lag die Differenz damals bei 18 Prozent. Die Statistiker geben als Grund für die erneut größere Lücke allgemein gestiegene Bruttomonatsverdienste von Männern an - genauere Angaben zu den Gründen der Entwicklung machten sie auf Nachfrage nicht. Kritiker des Unterschieds - wie beispielsweise Gewerkschaften - bemängeln immer wieder, dass dagegen mehr unternommen werden müsse.

"Die wachsende Lohnlücke ist ein klarer Rückschritt bei der Gleichstellung in Bayern", sagte Marietta Eder, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Bayern. "Wenn Frauen im Schnitt über fünf Euro pro Stunde weniger verdienen, dann läuft etwas grundsätzlich schief." Die nun 5,28 Euro im vergangenen Jahr nennen Statistikexperten den sogenannten "unbereinigten Gender Pay Gap". Ein Großteil dieses Unterschieds (mehr als 60 Prozent) sei darauf zurückzuführen, dass Frauen unter anderem häufiger in Teilzeit oder in weniger gut bezahlten Branchen tätig seien. Diese Faktoren herausgerechnet, bleibe eine "bereinigte Lohnlücke" von sieben Prozent.

DGB-Vize Eder sagte, die Schieflage zeige sich genau in der häufigen Erklärung, dass Frauen häufiger in Teilzeit arbeiten oder in schlechter bezahlten Berufen: ungleich verteilte Sorgearbeit, schlecht bezahlte soziale Berufe und zu wenig Tarifbindung. "Und selbst bereinigt bleibt eine Lücke – gleiche Arbeit wird also noch immer nicht gleich bezahlt." Die Staatsregierung dürfe das nicht länger hinnehmen, sagte Eder. "Sie muss jetzt die strukturellen Ursachen angehen: von guter Kinderbetreuung über faire Arbeitsbedingungen bis hin zu einer echten Aufwertung sozialer Berufe."

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