Laut Umfrage Kinder für Mehrheit der Deutschen nicht mehr bezahlbar
Autor: Alexander Böhm
Deutschland, Montag, 11. Mai 2026
Sind Kinder kaum noch bezahlbar? Eine Insa-Umfrage zeigt dazu ein deutliches Stimmungsbild. Besonders Wohnen, Betreuung und Einkommen prägen die Debatte.
- Was wurde in der Insa-Umfrage genau gefragt?
- Warum ist "bezahlbar" bei Kindern keine feste Rechengröße?
- Welche Kosten drücken Familien in Deutschland besonders?
- Warum können Betreuung und Arbeitszeit teurer wirken als einzelne Anschaffungen?
- Welche Hilfen entlasten Familien und wo bleiben Lücken?
55 Prozent der Befragten stimmten der Aussage zu, dass man sich in Deutschland keine Kinder mehr leisten könne. Das klingt eindeutig, sagt aber nicht, wie hoch die tatsächlichen Kosten für Familien sind. Die Umfrage zeigt vielmehr, wie Befragte eine zugespitzte Aussage zur finanziellen Lage von Familien bewerten. Für die Einordnung zählt deshalb nicht nur der Prozentwert, sondern auch, welche Belastungen sie damit verbinden.
Was sagt die Insa-Umfrage genau aus?
Laut FOCUS online hält eine Mehrheit der Befragten Kinder in Deutschland für kaum noch bezahlbar. In der Insa-Blitzumfrage für Bild am Sonntag stimmten 55 Prozent der Aussage zu, dass man sich in Deutschland keine Kinder mehr leisten könne. 34 Prozent widersprachen, 11 Prozent waren unentschieden.
Für den Faktencheck ist der Wortlaut wichtig, weil keine konkreten Monatsbudgets abgefragt wurden. Die Frage lautete: "Wie stehen Sie zu der Aussage, dass man sich in Deutschland keine Kinder mehr leisten kann?" Laut Finanznachrichten.de wurden 1003 Personen im Zeitraum vom 19. bis 20. Februar 2026 befragt. Öffentlich verfügbare Zweitverwertungen nennen aber keine ausführlichen Details zum Erhebungsmodus, der Gewichtung oder dem Auswahlverfahren.
Die Umfrage liefert daher ein Stimmungsbild, keinen Beweis dafür, dass Kinder für eine bestimmte Mehrheit objektiv unbezahlbar sind. Sie zeigt aber, welche Ausgaben Befragte mit dieser Sorge verbinden. Genannt wurden vor allem Lebenshaltungskosten, Steuern und Abgaben, fehlende Kita- oder Betreuungsplätze, zu geringe Unterstützung und Einkommenseinbußen durch Elternzeit oder Teilzeit.
Warum bedeutet "Kinder nicht mehr bezahlbar" nicht für alle dasselbe?
"Bezahlbar" ist bei Familien eine subjektive Schwelle, keine amtliche Kostengrenze. Für manche Haushalte geht es um das Geld am Monatsende, für andere um eine größere Wohnung, Betreuung, Rücklagen oder den Verlust eines zweiten Einkommens. Deshalb kann dieselbe Ausgabe für eine Familie tragbar sein, während sie einen anderen Haushalt mit hoher Warmmiete stark belastet.
Die direkten Kosten sind meist sichtbar: Kleidung, Essen, Windeln, Schulmaterial, Fahrkarten, Medikamente, Vereine oder digitale Ausstattung. Schwieriger wird die Rechnung, wenn Kinder die gesamte Haushaltsstruktur verändern. Dann geht es nicht mehr nur um einzelne Einkäufe, sondern um Wohnfläche, Wege, Arbeitszeiten und verlässliche Betreuung.