Kroatien, Chile & Schweiz: Länder bieten Prämien für Auswanderer
Autor: Elisabeth von Sydow
Deutschland, Montag, 22. Juni 2026
Für Arbeitnehmer winkt Geld fürs Auswandern in andere Länder: Wer nach Kroatien, Chile und Co. auswandert, kann profitieren.
Wer ans Auswandern denkt, stolpert schnell über Schlagzeilen zu Orten, die neue Bewohner mit Geld, Steuererleichterungen oder günstigen Häusern anziehen wollen. Tatsächlich gibt es solche Prämien fürs Auswandern wirklich – aber fast nie als bedingungsloses Geschenk. Meist steckt dahinter ein klares Ziel: Gemeinden wollen Abwanderung bremsen, Leerstand abbauen, Häuser sanieren oder gezielt Gründer und Fachkräfte anziehen.
Willkommensgeld fürs Auswandern: Warum zahlen manche Länder für neue Bewohner?
Geld fürs Auswandern: Hinter solchen Angeboten steckt größtenteils kein großzügiger Bonus ohne Gegenleistung, sondern ein wirtschaftliches oder demografisches Interesse. Vor allem kleinere Gemeinden und strukturschwächere Regionen versuchen, mit Anreizen wieder mehr Menschen vor Ort anzusiedeln, damit Wohnraum genutzt, Infrastruktur erhalten und lokale Wirtschaft gestärkt wird.
Manche Programme richten sich an Familien, andere an jüngere Erwerbstätige, Gründer oder Immobilienkäufer. Genau deshalb ist die Formulierung "Länder zahlen Geld für neue Bewohner " nur eingeschränkt richtig: Häufig wirbt nicht ein ganzes Land, sondern eine bestimmte Region, Kommune oder ein einzelnes Förderprogramm unter klaren Bedingungen für das Auswandern. Auch wenn Programme sehr unterschiedlich aussehen, tauchen bestimmte Voraussetzungen immer wieder auf. Besonders häufig sind diese Punkte:
- Pflicht zur dauerhaften oder überwiegenden Wohnsitznahme vor Ort.
- Nachweis über Einkommen, Job, Selbstständigkeit oder tragfähiges Geschäftsmodell.
- Auswahlverfahren statt automatischer Bewilligung, oft mit begrenzten Plätzen.
- Langfristige Bindung an Immobilie oder Ort, teils mit Rückzahlungspflicht bei Verstößen.
Welche Arten von "Auswander-Prämien" gibt es?
Wer seriös prüfen will, ob sich ein Umzug lohnen kann, sollte die Programmtypen sauber auseinanderhalten. Denn zwischen Einmalzahlung, Förderzuschuss, Steuererleichterung und Billig-Immobilie liegen große Unterschiede bei Aufwand, Nutzen und Risiko.
- Eine direkte Prämie ist meist eine einmalige Zahlung an Einzelpersonen oder Familien, oft geknüpft an Wohnsitz, Alter oder Immobilienerwerb.
- Zuschüsse decken in der Regel bestimmte Kosten ab, etwa für Renovierung, Unternehmensgründung oder energetische Sanierung, und werden nicht frei ausgezahlt.
- Ein Steuerbonus für Zuwanderer bedeutet vorwiegend befristete steuerliche Entlastung statt Bargeld und hängt stark von Einkommen, Aufenthaltsstatus und nationalem Steuerrecht ab.
- Günstige Immobilienmodelle wie symbolische Kaufpreise oder 1-Euro-Häuser wirken spektakulär, setzen aber fast immer Sanierungspflichten, Fristen und zusätzliche Nebenkosten voraus.
Wenn du aufgrund einer Prämie einen Umzug ins Ausland erwägst, ist genau diese Unterscheidung wichtig. Ein Haus für einen symbolischen Betrag ist eben keine frei verfügbare Umzugsprämie, sondern ein Objekt mit Sanierungsdruck, Fristen und laufenden Kosten. Hier ist es wichtig, sich genau zu informieren, damit du nicht auf Versprechungen hereinfällst, die dir teuer zu stehen kommen.