Hausärzte-Chef würde gerne zahlreiche Krankenkassen streichen
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Freitag, 20. März 2026
Kassen-Chef bezieht bei inFranken.de Stellung zur Forderung der Verbände und Hausärzte.
Bei der Diskussion um die finanzielle Krise der Krankenkassen werden immer wieder auch die immensen Kosten der Verwaltung angeführt. Jetzt hat sich Hausärzte-Chef Markus Blumenthal-Beier zu Wort gemeldet und erklärt, dass 90 Krankenkassen in Deutschland einfach zu viel sind für das wackelige System.
Gegenüber der Rheinischen Post sagte er, die Kassen müssten ihre Verwaltungskosten "dringend halbieren": "Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten."
Anzahl der Krankenkassen schon länger in der Diskussion
Die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen ist nicht erst seit gestern ein Thema. Durch die angespannte Lage gab es bereits im Juli 2025 Aussagen dazu. Damals ging es darum, dass mit dem Kostendruck rund 60 Kassen vor dem Aus stehen könnten.
Im Raum stand zu diesem Zeitpunkt auch die Annahme von Gesundheitsökonom David Matusiewicz, dass es in absehbarer Zeit tatsächlich nur noch 30 Krankenkassen geben wird. Aktuell gibt es 90 gesetzliche Anbieter in Deutschland.
Der Spitzenverband der Krankenkassen GKV hatte sich dazu gegenüber inFranken.de zurückhaltend geäußert. GKV: "Ob und ggf. in welchem Ausmaß dies dazu führt, dass sich die Zahl der Kassen etwa durch weitere Fusionen reduziert, darüber können wir keine seriöse Einschätzung abgeben."
Hausärzte-Chef mit provokanter Aufforderung an die Krankenkassen
Für den Hausärzte-Chef ist das Streichen einiger Krankenkassen grundlegend erforderlich. Provokant gibt Blumenthal-Beier dazu im RP-Gespräch eine Aufforderung an die Kassen: "Die Krankenkassen können ja mal ihre Mitglieder fragen, wofür sie ihre Beiträge lieber zahlen: dafür, dass sie auch in Zukunft noch eine Hausarztpraxis finden, oder dafür, 90 Kassen zu finanzieren"
Unterstützung bekommt er durch den Sozialverband Deutschland (SoVD) und den Sozialverband VdK. Beide Verbände haben sich ebenfalls in der RP zu Wort gemeldet: VdK-Präsidentin Verena Bentele sieht unnötige Doppelstrukturen. Es würden erhebliche Beitragsmittel in der Verwaltung gebunden werden. Hier gehe es um Milliardenbeträge.