Kosten für Pflege werden für Krankenkassen zum Problem - Reform gefordert
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Montag, 02. März 2026
Immer mehr Menschen in Deutschland sind auf Pflege angewiesen und die Ausgaben für die Pflegeversicherung wachsen rapide.
Pflege wird immer teurer - mit finanziellen Folgen für die Betroffenen und die Krankenkassen. Wie die Landesvertretung Bayern der BARMER Krankenkasse meldet, ist die Zahl der Pflegebedürftigen allein in Bayern von 385.600 im Jahr 2017 auf 626.500 im Jahr 2024 gestiegen – ein Plus von 62 Prozent.
Die Dauer der Pflegebedürftigkeit liegt demnach bei durchschnittlich 6,03 Jahren. BARMER-Landesgeschäftsführer Alfred Kindshofer forderte in München eine Reformierung des Systems. Für ihn liegt der Grund für die steigenden Kosten im seit Januar 2017 geltenden neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff.
Was steckt hinter dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff?
Die Veränderung im Pflegesystem seit 2017 laut der BARMER Krankenkasse:
- Mit der Reform der Pflegeversicherung wurden die bis dahin gültigen drei Pflegestufen abgeschafft und durch fünf Pflegegrade ersetzt.
- Leistungen wurden auch auf Einschränkungen jenseits rein körperlicher Gebrechen ausgeweitet.
- Folgen: Deutliche Besserstellung von Demenzerkrankten
- Pflegegrad 1 wurde zusätzlich neu eingeführt. Folgen: Der Kreis der Anspruchsberechtigten vergrößerte sich.
Kindshofer: "Es war klar, dass sich durch diese politische Weichenstellung die Anzahl der Pflegebedürftigen erhöhen wird." Das Ausmaß jedoch sei unerwartet und er fordere Gegenmaßnahmen. Er sich sicher: "Die Pflegeversicherung muss umgehend reformiert und finanziell stabilisiert werden. Die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler dürfen nicht noch stärker belastet werden."
Warum werden steigende Kosten für Pflege für die Krankenkassen zum Problem?
Grundsätzlich gilt, dass die Pflegekasse ein Teil der sozialen Pflegeversicherung ist. Sie gehört zu jeder gesetzlichen Krankenkasse. Finanziert werden Leistungen für pflegebedürftige Menschen (Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Hilfsmittel), um die Selbstständigkeit zu fördern oder zu ersetzen.
Da hier wie auch bei den gesetzlichen Krankenkassen die Ausgaben deutlich schneller wachsen als die Einnahmen, kommt es zu einer Unterfinanzierung. Es drohen Defizite in Milliardenhöhe und damit auch steigende Beiträge für Versicherte.