Kassen mit Kürzung: Laut Sozialverband können sich Erkrankungen "verschlimmern"
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Mittwoch, 18. März 2026
Ab April 2026 werden die Honorare für Psychotherapeuten in Deutschland um 4,5 Prozent gesenkt.
Der Bewertungsausschuss (BA) hat seine Aufgabe erledigt und die Vergütungsentwicklung psychotherapeutischer Leistungen im Vergleich zu ausgewählten Arztgruppen eingeordnet. Das Ergebnis hat der Spitzenverband der Krankenkassen GKV als „angemessenen Kompromiss" kommentiert.
Die Absenkung des Honorars um 10 Prozent ist gerechtfertigt. Damit wird die Vergütungshöhe ab dem 1. April 2026 um 4,5 Prozent abgesenkt. Nicht nur für Patienten und Psychotherapeuten ein Rückschlag.
Sozialverband VdK warnt vor Verschlimmerung der Erkrankungen
Auf Anfrage von inFranken.de hat sich auch der Sozialverband VdK zu der Kürzung und den Folgen geäußert. VdK-Präsidentin Verena Bentele zeigt sich besorgt: "Der VdK befürchtet, dass sich durch die geplanten Maßnahmen die Versorgung von Patientinnen und Patienten verschlechtern könnte."
Es besteht in ihren Augen die Möglichkeit, "dass sich das Angebot ambulanter Psychotherapie verringert und die ohnehin schon langen Wartezeiten nochmal länger werden. Bereits heute müssen Betroffene in Deutschland teilweise mehrere Monate auf einen Therapieplatz warten."
Zudem könnten laut Bentele Einsparungen bei psychotherapeutischen Leistungen "langfristig zu höheren Gesundheitskosten führen". Bentele: "Wenn psychische Erkrankungen nicht frühzeitig behandelt werden, besteht die Gefahr, dass sie sich verschlimmern oder chronisch werden."
Bundespsychotherapeutenkammer findet die Entscheidung der Kassen "skandlös"
Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat in einer Stellungnahme zu dem Beschluss mit einer klaren Ablehnung der Maßnahme reagiert:
- "Für völlig inakzeptabel hält es die Bundespsychotherapeutenkammer, dass die Vergütung psychotherapeutischer Leistungen zum 1. April 2026 um 4,5 Prozent abgesenkt werden soll."