Was tun mit den Krankenkassen? "Mehr Geld ist nicht die Lösung"
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Montag, 19. Januar 2026
Die Krankenkassen stehen vor Herausforderungen und Reformplänen. Die Vorschläge werden allerdings unterschiedlich bewertet.
Noch kurz vor dem Jahreswechsel hatte man sich im Bundestag und Bundesrat auf einen Kompromiss für ein Sparpaket für die Krankenkassen geeinigt. Ein erster Versuch war zuvor im November gescheitert. Doch erste Beitragserhöhungen konnte die Maßnahme nicht mehr verhindern. Über 40 Kassen haben ihre Beiträge zum Januar 2026 bereits erhöht.
Jetzt hat Gesundheitsministerin Nina Warken in einem Interview erklärt, dass mehr Geld für das System nicht die Lösung sein könne. Warken bringt dabei auch wieder das Thema Leistungskürzungen und finanzielle Eigenverantwortung der Versicherten ins Spiel.
Primärversorgung als Möglichkeit, die Kosten der Krankenkassen zu senken?
Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärte Warken zur Finanzlage der Kassen: "Wir müssen effizienter werden. Das gilt nicht nur für die Kliniken, sondern auch für die Praxen und andere Versorgungsbereiche."
Alleine bei den Kliniken werden es demnach im Jahr 2026 rund 120 Milliarden Euro an Kosten sein. Ein Drittel der Gesamtausgaben im Gesundheitssystem. Aber die Kosten seien eben auch in den anderen Bereichen zu hoch. Die Ministerin macht deutlich, dass man "eine große Reform der Primärversorgung" plane.
Heißt: Dann wird nicht mehr jeder direkt zum Facharzt gehen können und nicht mehr zu so vielen Ärzten, wie er oder sie möchte. Warken erklärt dazu: „Das ist aber kein Verlust, sondern ein Gewinn: Wir wollen die Menschen gezielter durch das System steuern, damit sie verlässlich Termine bekommen und dort versorgt werden, wo ihnen am besten geholfen wird."
Warum sieht der Sozialverband VdK Primärversorgung kritisch?
Beim Sozialverband VdK sieht man die Pläne kritisch. Zwar könne ein "patientenzentriertes Primärversorgungssystem durchaus sinnvoll sein, um mehr Orientierung im komplexen Gesundheitswesen zu schaffen und Fehl- sowie Überversorgung zu vermeiden", doch es beinhaltet auch fragwürdige Faktoren. VdK-Präsidentin Verena Bentele hat sich in einer Stellungnahme dazu geäußert: "Doch ein verpflichtendes Primärarztmodell, verbunden mit möglichen Zusatzgebühren beim direkten Gang zum Facharzt, würde bestehende Ungleichheiten in der Versorgung weiter verschärfen."
Probleme aus Sicht des Sozialverbandes und Verena Bentele: