Warum Krankenkassen und ihre Versicherten für Bürgergeldempfänger zahlen
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Montag, 19. Januar 2026
Streit um die Finanzierung der Gesundheitsversorgung für Bürgergeldempfänger sorgt für Diskussionen zwischen Krankenkassen, Politik und privaten Versicherern.
Zehn Milliarden Euro müssen die Krankenkassen und ihre Versicherten Jahr für Jahr für die Finanzierung der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldbeziehenden aufbringen. Kosten, die unterm Strich auch ein Grund für steigende Beiträge der Kassen sind.
Doch wer trägt dafür die Verantwortung? Unter anderem der GKV Spitzenverband Bund Krankenkassen, die Techniker Krankenkasse und die DAK-Gesundheit haben dazu in der Vergangenheit eine klare Stellung bezogen. In ihren Augen kommt der Staat seiner Aufgabe nicht nach. Denn: Es geht bei diesen Ausgaben um sogenannte "versicherungsfremde Leistungen".
Darum will der Krankenkassen-Chef Geld vom Staat zurück
Solche Leistungen haben zunächst nichts mit einem potenziellen oder tatsächlichen Krankheitsfall zu tun. Diese Kosten gehen laut Definition über den eigentlichen Versorgungsauftrag hinaus und verfolgen gesamtgesellschaftliche Ziele (Familien-, Struktur-, Sozialpolitik).
Bereits im Juli 2025 kritisierte Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (GKV), die Bundesregierung für ihre Vorgehensweise. Der Staat solle seine Rechnungen bezahlen. Im Interview mit dem Deutschlandfunk wurde er damals sehr deutlich: "Das ist gesetzlich geregelt, dass es der Staat bezahlt und nicht der Beitragszahler. So, und wir machen das. Wir sind nett, wir machen das auch gut. Aber wir bekommen das Geld nicht zurück."
Auch auf Nachfrage von inFranken.de hatte der GKV mit Unverständnis auf die Haltung der Regierung reagiert und "nachhaltige Strukturreformen" gefordert, "um die überbordende Kostenentwicklung in den Griff zu bekommen".
TK-Chef attackiert Politik für Vorgehen bei Krankenkassen
Eine sehr direkte Verbal-Attacke fuhr Jens Baas, Chef der Techniker Krankenkasse (TK), zu diesem Thema in Richtung Finanzminister Lars Klingbeil. Die Aussagen, die er über die Plattform LinkedIn geteilt hatte, sorgten durchaus für Schlagzeilen.
Baas machte seinem Unmut darüber Luft, dass sich Klingbeil darüber beschwert hatte, dass man ihn nicht dauernd anrufen solle, um nach mehr Geld zu fragen. Weiterhin fand Baas sehr klare Worte in einem Handelsblatt-Interview, in dem er der Bundesgesundheitsministerin vorwarf, die Krise schönzureden. Baas warnte davor, Denkfehler zu machen, die die gut wirtschaftenden Kassen benachteiligen könnten.