Kommt jetzt die Zuerst-zum-Hausarzt-Reform: Krankenkassen sind dafür
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Donnerstag, 29. Januar 2026
Bei dem großen Reformprojekt zur Hausarztversorgung prallen unterschiedliche Meinungen aufeinander.
Rund um die finanzielle Krise der Krankenkassen wird über unterschiedliche Möglichkeiten für eine Lösung diskutiert. Ein Teil davon ist eine große "Zuerst-zum-Hausarzt-Reform". Gesundheitsministerin Nina Warken hat ein erstes Konzept dazu bereist vorgestellt.
Wie unter anderm die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt, hatte sich Warken nach einem Auftakttreffen zu einem begleitenden Dialog mit Branchenakteuren in Berlin dazu geäußert und erklärt, dass alle von der Reform profitieren sollen.
Eine Chance für die Krankenkassen - die "Zuerst-zum-Hausarzt-Reform"
Bei der "Zuerst-zum-Hausarzt-Reform" geht es speziell um bessere Strukturen, nachdem zuletzt meist der Ansatz für mehr Geld für die Kassen diskutiert wurde. So stand erst der Vorschlag durch höhere Steuern auf Tabak und Alkohol Entlastung bei den Krankenkassen zu schaffen. Warken erklärte aber bereits, dass für sie mehr Geld für das System nicht die Lösung sein könne.
Ihre Hausarzt-Reform, bekannt auch als Primärversorgung, ist für die Gesundheitsministerin ebenso die Chance, die Kosten für die Kassen zu senken. Gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärte sie: "Wir müssen effizienter werden. Das gilt nicht nur für die Kliniken, sondern auch für die Praxen und andere Versorgungsbereiche."
Eine schnelle Veränderung sieht Warken aber nicht: "Wir können das nicht von heute auf morgen einführen." Diese Maßnahme ist eines der Großprojekte dieser Wahlperiode. Bis zum Sommer soll es einen ersten Entwurf geben. Schaut man auf die aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wird die zu stemmende Dimension klar:
- 578 Millionen Behandlungsfälle
- Eine Milliarde Kontakte von Patienten zu Fach- und Hausärzten in den bundesweit 98.500 Praxen
Krankenkassen machen eigene Vorschläge für Primärversorgung
Unterstützung bekommt die Gesundheitsministerin durch den Spitzenverband Bund der Krankenkassen GKV. Auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Dialogs mit Nina Warken, erklärte Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, die eigenen Vorschläge zu einem möglichen Primärversorgungssystem.