Hausärzte-Chef gegen Krankenkassen: Er will zahlreiche Kassen wegstreichen
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Montag, 23. März 2026
Krankenkassen beziehen bei inFranken.de Stellung und nennen Zahlen und Fakten.
Bei der Diskussion um die finanzielle Krise der Krankenkassen werden immer wieder auch die immensen Kosten der Verwaltung angeführt. Jetzt hat sich Hausärzte-Chef Markus Blumenthal-Beier zu Wort gemeldet und erklärt, dass 90 Krankenkassen in Deutschland einfach zu viel sind für das wackelige System.
Gegenüber der Rheinischen Post sagte er, die Kassen müssten ihre Verwaltungskosten "dringend halbieren": "Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten."
Anzahl der Krankenkassen schon länger in der Diskussion
Die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen ist nicht erst seit gestern ein Thema. Durch die angespannte Lage gab es bereits im Juli 2025 Aussagen dazu. Damals ging es darum, dass mit dem Kostendruck rund 60 Kassen vor dem Aus stehen könnten.
Im Raum stand zu diesem Zeitpunkt auch die Annahme von Gesundheitsökonom David Matusiewicz, dass es in absehbarer Zeit tatsächlich nur noch 30 Krankenkassen geben wird. Aktuell gibt es 90 gesetzliche Anbieter in Deutschland.
Der Spitzenverband der Krankenkassen GKV hatte sich zu diesem Zeitpunkt dazu gegenüber inFranken.de zurückhaltend geäußert. GKV: "Ob und ggf. in welchem Ausmaß dies dazu führt, dass sich die Zahl der Kassen etwa durch weitere Fusionen reduziert, darüber können wir keine seriöse Einschätzung abgeben."
GKV-Spitzenverband bezieht bei inFranken.de Stellung zur Kritik
Auf eine erneute Nachfrage von inFranken.de zu den aktuellen Aussagen von Hausärzte-Chef Markus Blumenthal-Beier reagiert der GKV deutlich selbstbewusster. Oliver Blatt, Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes: "Selbstverständlich müssen auch wir immer wieder hinterfragen, wo wir besser und effizienter arbeiten können. Weil wir das machen, sind die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen insgesamt wirklich günstig."
Während bei den gesetzlichen Krankenkassen von einem Euro lediglich vier Cent für Verwaltung ausgegeben werden, sind es laut Blatt bei der privaten Krankenversicherung mit zirka zehn Cent rund zweieinhalbmal so viel. Blatt: "Stand heute sind die gesetzlichen Krankenkassen das gute Beispiel dafür, wie Versorgung und Verwaltung schlank organisiert werden."