Zähne selbst bezahlen: Streichliste für Krankenkassen stößt auf Kritik
Autor: Dominik Jahn
Deutschland, Montag, 02. Februar 2026
Im Streit um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen gibt es neue kontroverse Vorschläge und scharfe Kritik.
Was wäre die beste Lösung für die finanziellen Probleme der gesetzlichen Krankenkassen? Geht es nach dem CDU-Wirtschaftsrat, dann helfen besonders Leistungskürzungen. Ein entsprechender Vorschlagskatalog sorgt für heftige Diskussionen in der Politik. Und auch der Verband der Ersatzkassen (vdek) ist nicht glücklich über die Forderungen.
In einer, an inFranken.de gesendeten Stellungnahme dazu, erklärt vdek-Vorsitzende Ulrike Elsner: "Dieser Vorschlag ist aus medizinischen und sozialen Gesichtspunkten der völlig falsche Ansatz. Eine gute Zahngesundheit ist essenziell für die körperliche und geistige Gesundheit und gehört deshalb zwingend in den Leistungskatalog der GKV. Gesunde Zähne dürfen keine Frage des Geldbeutels sein."
Kassen-Krise: CDU-Wirtschaftsrat bereits 2025 in der Kritik
Bereits im November 2025 hatte der Wirtschaftsrat der CDU eine entsprechende erste Streichliste für die Krankenkassen veröffentlicht. Dazu erklärte man, dass sich verschiedene Leistungen "gut privat absichern oder selbst tragen" lassen. Diese "sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen".
Kritik wurde damals unter anderem auch vom Sozialverband VdK geäußert. Auf Nachfrage von inFranken.de erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele: "Ich bin gespannt, wann endlich in den Köpfen ankommt, dass wir mit Leistungskürzungen nicht weiterkommen. Solche Forderungen mögen Aufmerksamkeit bringen, lösen aber keine zentralen Probleme."
Verband der Ersatzkassen fordert bessere Strukturen
Vom Verband der Ersatzkassen heißt es zu dem erneuten Vorstoß des Wirtschaftsrates, dass man besser keine einzelnen Leistungen infrage stellen sollte. Es brauche vielmehr "Strukturreformen, die die Ausgabenexplosionen in allen Bereichen des Gesundheitswesens in den Griff bekommen, vor allem bei Arzneimitteln und im Krankenhausbereich."
Elsner: "Dazu gehört an erster Stelle eine Rückkehr zur einnahmenorientierten Ausgabenpolitik, wonach Ausgaben nur so stark steigen dürfen wie die Einnahmen. Wenn die Politik das konsequent umsetzt, wäre beispielsweise die Ausgabensteigerung 2025 um zwölf Milliarden Euro geringer ausgefallen."
Bei der anstehenden Krankenhausreform sollte sich die Politik laut der vdek-Vorsitzenden, "wieder auf Qualität und Wirtschaftlichkeit besinnen".