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Preiserhöhungen bei Strom und Gas – wie dich Anbieter austricksen


Autor: Kara Marie

Deutschland, Sonntag, 04. Januar 2026

Ändert dein Versorger von Strom oder Gas seine Tarife, hast du das Recht zu kündigen. Doch manchmal verschleiern die Energiekonzerne ihre Preiserhöhungen.
Energie ist teuer geworden.


  • Was tun, wenn Strom und Gas teurer werden?
  • Hast du ein Recht auf Sonderkündigung?
  • Was ist legal und was nicht? 

Alles wird teurer, auch die Preise für Strom und Gas werden immer wieder nach oben korrigiert. Wenn dein Energieversorger eine Preiserhöhung vornimmt, hast du normalerweise das Recht, eine Sonderkündigung einzureichen und im Anschluss zu einem anderen Versorger zu wechseln. Doch die Konzerne verschleiern ihre Änderungen gerne.

Nicht alles ist legal. Verbraucher sollten ihre Rechte kennen

Für Verbraucher ist es dabei wichtig zu verstehen, dass man nicht jede Preiserhöhung akzeptieren muss und diese teilweise auch gar nicht legal sind.

Du solltest in jedem Fall einen Brief erhalten, indem dir die Preiserhöhung angekündigt wird. Diesen solltest du im Detail lesen. Es kommt sogar vor, dass dich ein Anbieter mit einem Schnäppchen lockt und kurze Zeit später die Preise ändern möchte.

Doch was ist legal und was nicht und welche Rechte stehen dir zu? Entscheidende Informationen gibt dazu die Verbraucherzentrale.

Welche Möglichkeiten hast du, wenn dein Anbieter die Preise höher schraubt?

Findest du einen Brief von deinem Energieversorger in deinem Briefkasten, ist es wichtig, dass du dir diesen Wort für Wort durchliest. Denn auch, wenn der Brief scheinbar nur Werbung enthält, kann es sein, dass im Kleingedruckten eine Preiserhöhung steht. Beispielsweise locken dich Anbieter gerne mit günstigen Angeboten und wenn du anbeißt, passen sie kurze Zeit später die Preise an

Laut Verbraucherzentrale liegen die neuen Preise teilweise 30 Prozent über dem ursprünglichen Betrag. Wenn du ein solches Schreiben empfängst, gibt es drei Möglichkeiten für dich zu handeln. Wenn du gegen die Preiserhöhung Widerspruch einlegen möchtest, kannst du den Musterbrief der Verbraucherzentrale dafür nutzen. 

Im ersten Schritt solltest du dich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Preiserhöhung erlaubt ist. Generell ist es den Energiekonzernen möglich, die Preise anzupassen, wenn es äußere Faktoren gibt, die diese rechtfertigen. Zudem muss in Sonderverträgen das Preisänderungsrecht des Versorgers in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, kurz AGB, nachzulesen sein. Prüfe, ob du im Schreiben legal über die Erhöhung in Kenntnis gesetzt worden bist und ob du bei einem alternativen Anbieter Kosten sparen könntest. Denn dann steht dir das Recht auf eine fristlose Kündigung zu. 

Sollst du den Anbieter wechseln?

Die Frage, ob du deinen Energieversorger wechseln solltest, ist gekoppelt daran, ob du ein Sonderkündigungsrecht geltend machen kannst und ob du bei einem anderen Anbieter günstiger wegkommen würdest. Die Kündigung kannst du bis zu dem Zeitpunkt einreichen, bis zu dem die Preiserhöhung in Kraft treten soll

Wenn du nach kurzer Zeit aufgrund einer Preiserhöhung kündigst und somit dein Recht durchsetzt, solltest du wissen, dass dir möglicherweise eine Jahresprämie entgeht. Denn bei manchen Verträgen bekommst du eine Prämie, wenn du beispielsweise über ein Jahr hinweg als Kunde treu bleibst. 

Selbstverständlich kannst du auch mit deinem Energieversorger sprechen und versuchen, die Preiserhöhung abzuwenden. Um gute Argumente zu haben, kannst du beispielsweise nachschauen, ob Neukunden bessere Konditionen erhalten oder was andere Konzerne anbieten. Außerdem solltest du erwähnen, dass dir die fristlose Kündigung zusteht. 

Wie verschleiern Anbieter ihre Preiserhöhungen?

Wie bereits erwähnt, sehen die Briefe der Energieversorger oft auf den ersten Blick wie Werbung aus. Oft enthalten sie aber tatsächlich Informationen darüber, dass deine Tarife angepasst werden. Das ist Taktik, denn die Konzerne spielen im übertragenen Sinne Poker mit dir und hoffen, dass du diese Information überliest

Denn wenn der Brief nach Werbung aussieht, kann es passieren, dass du ihn achtlos wegwirfst. Oder das Schreiben ist sehr ausführlich, eine Änderung der Tarife wird aber nur am Rande erwähnt. Thematisch ist das Schreiben ganz anders ausgerichtet. 

Auch ist es üblich, dass Versorger in einem Brief gleich von zwei Preisanpassungen sprechen. Wenn die zweite Teuerung ansteht, hast du das Schreiben möglicherweise schon längst nicht mehr im Kopf. Oder du erfährst von der Änderung nur dann, wenn du dir die Rechnung genau ansiehst. Beispielsweise wird mit der Jahresrechnung darüber informiert, dass Strom und Gas im nächsten Jahr teurer werden