In Tschechien: Preisdeckel für Sprit ist beendet
Autor: Agentur dpa, Redaktion
Prag, Montag, 20. Juli 2026
Nach mehr als drei Monaten ist in Tschechien der staatliche Preisdeckel für Benzin und Diesel beendet.
Für Autofahrer bleibt die Entwicklung zunächst entspannt: An vielen Tankstellen kletterten die Preise laut der Agentur CTK nur leicht um umgerechnet wenige Eurocent. Spürbarer könnten die Erhöhungen allerdings an stark frequentierten Standorten wie Autobahn-Raststätten ausfallen, erwarten Experten.
Die Regierung des Rechtspopulisten und Milliardärs Andrej Babis hatte den Spritpreisdeckel Anfang April als Reaktion auf die Energiekrise infolge des Iran-Kriegs eingeführt. Die zulässigen Höchstpreise wurden dabei täglich angepasst. Zuletzt lag der Preis für einen Liter Benzin bei 43,41 Kronen (etwa 1,79 Euro), Diesel kostete maximal 42,13 Kronen (rund 1,74 Euro) pro Liter. Vertreter des Tankstellengewerbes hatten die Maßnahme von Beginn an als „unglücklichen“ und „unnötigen“ Schritt kritisiert.
Nach Angaben von Finanzministerin Alena Schillerova hat die Preisregulierung ihren Zweck erfüllt. Inzwischen seien die Gründe für den Eingriff jedoch entfallen. Nun kehre man zum Marktmechanismus zurück. „Ich möchte aber allen versichern, dass wir den Markt nicht ohne Aufsicht lassen“, betonte sie. Sollten sich Anzeichen von Anomalien oder Missbrauch zeigen, sei die Regierung bereit, erneut einzugreifen.
Viele Deutsche tanken in Tschechien
Die vergleichsweise günstigen Spritpreise locken weiterhin viele Autofahrer aus dem deutschen Grenzgebiet nach Tschechien. Wer für eine Tankfüllung über die Grenze fährt, sollte allerdings Zoll-, Steuer- und Gefahrgutrecht im Blick behalten.
Tschechien verfügt über ein dichtes Tankstellen-Netz. Zu den größten Betreibern zählen der polnische Orlen-Konzern und das ungarische Unternehmen Mol. Der Staatsbetrieb Cepro betreibt außerdem 209 Tankstellen unter der Marke Eurooil sowie 75 weitere unter der Marke Robin Oil.