Hauskauf in Deutschland: Alles zur Unbedenklichkeitsbescheinigung
Autor: Tamara Schneider
Deutschland, Dienstag, 20. Januar 2026
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist notwendig, wenn du ein Haus kaufen willst. Was bedeutet der Begriff und warum benötigst du sie?
- Bedenkenlos: Das ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung
- Woher bekommen? So bekommst du die Unbedenklichkeitsbescheinigung
- Mögliche Folgen: Das passiert ohne Bescheinigung
Wer in Deutschland ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen möchte, begegnet vielen Begriffen und Formalitäten, die auf den ersten Blick kompliziert erscheinen. Einer davon ist die Unbedenklichkeitsbescheinigung. Was genau verbirgt sich hinter diesem offiziellen Dokument, und warum ist es für deinen Hauskauf so wichtig?
Das ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung
Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung kann auch unter der Bezeichnung "Bescheinigung in Steuersachen" auftauchen. Sie ist ein offizielles Dokument, das bestätigt, dass keine offenen steuerlichen Forderungen gegenüber einer Person oder einem Unternehmen vonseiten des Finanzamtes oder anderer Behörden bestehen. Sie dient als Nachweis über die Unbedenklichkeit in steuerlichen Angelegenheiten und über das Zahlungsverhalten gegenüber dem Finanzamt.
Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung kann sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen beantragt werden. Es gibt sie in verschiedenen Lebens- oder Geschäftsbereichen, zum Beispiel bei Kreditanträgen, Gewerbeanmeldungen oder öffentlichen Ausschreibungen. Und eben beim Immobilienkauf.
Bei einem Hauskauf kommt der Unbedenklichkeitsbescheinigung eine besondere Wichtigkeit zu. Für Kaufinteressenten einer Immobilie zeigt sie dem Grundbuchamt und anderen Beteiligten, dass sämtliche steuerlichen Verpflichtungen, insbesondere die Zahlung der Grunderwerbsteuer, erfüllt wurden. Damit bist du als Käufer gegenüber dem weiteren Vorgehen als "unbedenklich" eingestuft.
So bekommst du die Unbedenklichkeitsbescheinigung
Nachdem du den Kaufvertrag für ein Haus oder ein Grundstück abgeschlossen hast, veranlasst der Notar eine sogenannte Veräußerungsanzeige beim Finanzamt. Anschließend berechnet das Finanzamt die fällige Grunderwerbsteuer. Erst wenn diese Steuer vollständig beglichen ist, kann eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt werden. Ohne diesen Nachweis darf das Grundbuchamt den neuen Eigentümer nicht ins Grundbuch eintragen. Erst, wenn du im Grundbuch stehst, bist du rechtlich als Eigentümer anerkannt.
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Genau deswegen ist eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ein so wichtiger Baustein im Prozess eines Immobilienkaufs. Auch Banken berücksichtigen diese Bescheinigung – etwa für die Auszahlung von Immobilienkrediten. Bevor ausgezahlt wird, verlangen viele Institute diesen Nachweis, weil erst mit der Grundbucheintragung die Grundschuld eingetragen werden kann.