Gut zu wissen: Aktualisierte FAQ zur steuerfreien Aktivrente
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Samstag, 05. Sept. 2026
Nach den ersten Monaten der "Aktivrente" im Praxisbetrieb, ist es Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Vom neuen Freibetrag bei der Steuer profitieren bislang nur wenige Rentner, die weiterarbeiten. An vielen Stellen gilt es nachzuschärfen.
- Warum ist die "Aktivrente" der falsche Name für einen Steuervorteil?
- Warum gab es viele Schwierigkeiten bei der Abrechnung?
- Wird die "Aktivrente" von den Betrieben genutzt?
- Was passiert, wenn der Arbeitgeber es versäumt, das Arbeitsentgelt steuerfrei zu stellen?
- Was ist, wenn du zeitgleich mehrere Arbeitgeber hast?
Mit der steuerfreien "Aktivrente" sind zusätzliche finanzielle Anreize für mehr Erwerbstätigkeit im Alter gesetzt. Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und weiter sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, kann ein monatliches Arbeitsentgelt von bis zu 2.000 Euro steuerfrei erhalten. Diese Möglichkeit gibt es seit Januar 2026. Zeit für eine erste Bilanz.
Warum ist die "Aktivrente" der falsche Name für einen Steuervorteil?
Eigentlich legt der Name "Aktivrente" eine falsche Fährte: Es handelt sich nämlich nicht um eine Rente im Alter, für die du bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) oder bei einer privaten Assekuranz Beiträge eingezahlt hast. Der offizielle Name aus dem Finanzministerium von Lars Klingbeil (SPD) erklärt dann, was sich hinter dem Namen verbirgt: Es geht um eine steuerliche Förderung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die das Rentenalter erreicht haben und freiwillig länger arbeiten.
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Ziel der "Aktivrente" ist es, diejenigen mit einem Steuerprivileg zu belohnen, die die Altersgrenze zum üblichen Rentenbezug erreicht haben oder schon in Rente sind und sich entschließen, ihre Kompetenzen weiterhin in eine Firma einzubringen.
Für Lars Klingbeil ist ein steuerfreier monatlicher Verdienst von 2.000 Euro ein "attraktives Angebot", das ein "echtes Plus im Portemonnaie" bringt, erklärte er im Bundestag bei der Debatte um die "Aktivrente". Die ersten Monate in der Praxis zeigen, dass es bei der Umsetzung heftig "ruckelt". Von kalkulierten 168.000 Rentnern, die den Steuervorteil nutzen sollen, sind die Betriebe noch weit entfernt.
Drei Beispiele: Wie hoch ist die "Aktivrente"?
Drei unterschiedliche Modellrechnungen zeigen, welchen finanziellen Vorteil die "Aktivrente" hat. 1. Beispiel: Ein Arbeitnehmer, der im April die Regelaltersgrenze erreicht hat, nimmt ab dem 1. Mai eine neue Beschäftigung auf. Er kann daher die "Aktivrente" ab Mai, somit für acht Monate, in Anspruch nehmen. Steuerfrei sind daher maximal jeweils 2.000 Euro für acht Monate (Finanzministerium).
2. Beispiel: Die Arbeitnehmerin erhält einen Arbeitslohn von 2.500 Euro im Monat. Gleichzeitig sind sie die Voraussetzungen der "Aktivrente" erfüllt. Der gezahlte monatliche Arbeitslohn ist bis zu jeweils 2.000 Euro steuerfrei. Nur der die 2.000-Euro-Grenze übersteigende Betrag von 500 Euro ist steuerpflichtiger Arbeitslohn (Finanzministerium).