Großes Reformpaket: Bundesregierung ändert Rente, Steuern, Kindergeld
Autor: Nadine Wüste
Deutschland, Freitag, 03. Juli 2026
Im Koalitionsausschuss haben sich Union und SPD auf weitreichende Reformen bei Rente, Steuern und sozialen Leistungen geeinigt. Das Reformpaket bringt unter anderem Änderungen beim Renteneintrittsalter, beim Kindergeld und im Wohnungsbau.
Die Spitzen der Koalition sind entschlossen, ihr umfassendes Reformpaket weitgehend zu verwirklichen. "Wir haben die Absicht, das, was wir da aufgeschrieben haben, nicht nur ernstzunehmen, sondern auch umzusetzen", äußerte Bundeskanzler und CDU-Vorsitzender Friedrich Merz in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner spezial". SPD-Vorsitzender Lars Klingbeil betonte: "Das müssen wir jetzt auch durchbringen." Im ZDF-"heute journal" erklärte der Vizekanzler: "Es darf jetzt nichts zerredet werden. Nicht wieder in Kleinklein-Debatten verlieren." Mit einem weitreichenden Reformpaket in den Bereichen Steuern, Arbeit und Entbürokratisierung planen Union und SPD, Deutschland aus der Wirtschaftskrise zu führen.
Rente und Minijobs: Diese Änderungen kommen
- Ein höheres Renteneintrittsalter in Deutschland rückt näher. Die schwarz-rote Koalition will die angekündigte Rentenreform bis Ende des Jahres gesetzlich umsetzen.
- Nach den Empfehlungen soll das reguläre Renteneintrittsalter ab 2041 auf 67,5 Jahre steigen.
- Zudem ist eine neue Kapitalsäule zur langfristigen Stabilisierung der Rente geplant. Arbeitgeber und Beschäftigte sollen nach einer Übergangsphase ab 2028 zusätzlich zwei Prozent des Bruttoeinkommens in eine Kapitalrente einzahlen.
- Das Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren ist geplant.
- Selbstständige und Politiker sollen in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen werden.
Kritik gibt es vor allem an dem Vorschlag, beitragsfreie Minijobs künftig nur noch für Schülerinnen und Schüler zuzulassen. Markus Söder warnte vor Nachteilen für Gastronomie und Tourismus.
Der Koalitionsausschuss legte sich dazu bislang nicht fest. Beschlossen wurde zunächst nur, den Pauschalsteuersatz für Minijobs von zwei auf fünf Prozent anzuheben. Über den weiteren Umgang soll im Herbst entschieden werden.
Telefonische Krankschreibung: Radikale Änderung geplant
Die während der Corona-Pandemie häufig gelobte Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung soll wieder abgeschafft werden.
"Wir führen eine verpflichtende Vorlage der AU-Bescheinigung ab dem ersten Tag der Erkrankung sowie im Rahmen der Umsetzung des Primärarztgesetzes eine 'Termingarantie Fachärzte' ein", hieß es seitens der Regierung.
Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer zukünftig bereits am ersten Krankheitstag einen Arzt aufsuchen müssen. Merz betonte, dass Ausnahmen auf Betriebsebene möglich sein sollen. Bereits ab 2027 soll dies gelten.