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Girokonto: Fast jeder Vierte zahlt mindestens 100 Euro pro Jahr


Autor: Andrea Blatzky

Deutschland, Mittwoch, 01. Juli 2026

Etliche Banken verlangen für das Girokonto eine Kontoführungsgebühr. Die Kosten können sich jährlich im dreistelligen Bereich bewegen und somit die Haushaltskasse erheblich belasten.
Besonders Sparkassenkunden greifen tief in die Tasche – über ein Drittel zahlt dreistellige Kontoführungsgebühren.


Hauptsächlich verlangen Banken, die mehrere Filialen betreiben, Gebühren für das Girokonto. Dazu zählen Sparkassen oder Volksbanken. Direktbanken bieten dagegen häufig kostenlose Modelle mit attraktiven Konditionen an. Warum gibt es derartige Unterschiede und wie kannst du die Kontoführungsgebühren einsparen?

Wie viel zahlen Bankkunden für ihr Girokonto wirklich?

Verivox hat das Marktforschungsinstitut Innofact beauftragt, eine Umfrage zum Thema Girokontokosten durchzuführen. Um ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten, wurden im April 2026 insgesamt 1003 Frauen und Männer zwischen 18 und 79 Jahren interviewt. Die Personen wurden im Hinblick auf Alter und Geschlecht so ausgewählt, dass sie den durchschnittlichen Kunden widerspiegeln. Ferner spielte das Bundesland, in dem die Befragten während der Erhebung lebten, eine wesentliche Rolle.

Das Institut stellte fest, dass rund 23 Prozent der Kunden jährlich mindestens 100 Euro für Kontogebühren ausgeben – also fast jeder vierte Verbraucher. Ca. 5 Prozent zahlen sogar mehr als 100 Euro, wobei der Gesamtbetrag auf bis zu 200 Euro ansteigen kann. Laut der Analyse zahlen rund 34 Prozent der Sparkassenkunden 100 Euro oder mehr pro Jahr für die Kontogebühren. Bei den Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken) sind es immerhin 26 Prozent, die eine hohe Kontoführungsgebühr zahlen. Ein kostenloses Girokonto haben dagegen lediglich 18 Prozent – also weniger als ein Fünftel. 

Hauptsächlich werben Internetbanken oder Smartphone-Banken mit einem kostenlosen Girokonto. Bei Direktbanken kannst du dein Konto digital mit dem Computer, iPad oder Handy verwalten. Smartphone-Banken bieten ihre Leistungen ausschließlich über eine App an, die du auf deinem Handy installieren musst. Viele Geldinstitute verlangen eine bestimmte Höhe beim monatlichen Geldeingang. Liegt der Betrag darunter, berechnen auch diese Banken Kontoführungsgebühren. 

Was unterscheidet Filialbanken von Direktbanken?

Durch ihre Geschäftsstellen haben Filialbanken eine ausgezeichnete Präsenz, wobei die Sparkassen mit ihrem dichten Netz selbst ländliche Gegenden optimal abdecken. Diese Aussage trifft Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. Weiter betont er, dass Filialen zwar kostenintensiv sind, doch wichtig für Menschen, die eine persönliche Beratung in Wohnortnähe bevorzugen. Darum ist es richtig, dass dieser Service durch höhere Gebühren finanziert wird. 

Aufgrund der geringeren Personal- und Mietkosten bieten die meisten Direktbanken bessere Bedingungen an. Denn die Berater sitzen in Callcentern und sind telefonisch oder per Mail erreichbar. Diese Lösung bevorzugen Konsumenten, die ihre Geldangelegenheiten flexibel rund um die Uhr erledigen möchten. Weil Internetbanken überregional tätig sind, kannst du dich für die Bank entscheiden, welche die besten Konditionen anbietet. Das Geldinstitut muss deshalb nicht unbedingt in deiner Nähe ansässig sein. Internetbanken kannst du vertrauen, denn sie müssen ebenfalls die gesetzlichen Bestimmungen beachten. Dazu gehört auch ein Einlagenschutz bis zu 100.000 Euro.

Allerdings gibt es Personengruppen, die sich mit diesem Konzept schwertun. Dazu gehören Senioren, die im Umgang mit dem Internet wenig Erfahrung haben und deshalb unsicher sind. Zudem wünschen sie sich einen persönlichen Ansprechpartner, der sich um ihre Fragen und Probleme kümmert. Ältere Menschen tätigen Überweisungen immer noch vorzugsweise in Schriftform und sind dankbar über eine kompetente Hilfestellung. Aufgrund ihrer meist eingeschränkten Mobilität sollte die Filiale leicht erreichbar sein. 

Wann ist ein günstigeres Girokonto bei einer Direktbank sinnvoll?

Der Wechsel zu einem preiswerten Kontomodell lohnt sich für Verbraucher, die ihre  Bankgeschäfte ausschließlich digital erledigen möchten und auf einen Service vor Ort verzichten können. Die Eröffnung eines Girokontos bei einer Internetbank ist in der Regel innerhalb weniger Minuten abgeschlossen. Nutze Vergleichsportale, um die beste Bank zu finden, die zu deinen Bedürfnissen passt. Manche Online-Banken bieten ein komplett kostenloses Konto an – unabhängig von dem monatlich eingehenden Einkommen. Achte auf weitere mögliche Leistungen:

  • Die App sollte einfach zu bedienen sein.
  • Werden physische oder virtuelle Kredit- oder Debitkarten ausgegeben? Zu den physischen Karten gehören die normalen Karten aus Kunststoff. Virtuelle Kreditkarten sind Tools, die in der App oder im persönlichen Account hinterlegt sind. Die digitalen Bankkarten können wie eine normale Kreditkarte verwendet werden. 
  • Verreist du häufig, achte darauf, ob beim Geldabheben oder Bezahlen mit einer Fremdwährung zusätzliche Auslandsgebühren anfallen. In Ländern außerhalb der EU können ungefähr 1,5–2 Prozent des Umsatzes berechnet werden. Das Abheben von Bargeld am Automaten ist bei vielen Direktbanken in Deutschland oder EU-weit kostenlos.
  • Welche Zinshöhe gilt bei Dispokrediten?
  • Einige Anbieter zahlen sogar Zinsen auf das Kontoguthaben. 

Zahlreiche Direktbanken locken mit Prämien oder Partnerprogrammen. Dazu zählt unter anderem Cashback in Form eines Direktguthabens, wenn du deinen Einkauf mit Karte bezahlst. Neukunden profitieren oft von einem Startguthaben oder attraktiven Zinsen auf Festgeld- oder Tagesgeldkonten. Häufig können sich Kunden die Verwaltung des Accounts mit praktischen Features erleichtern, wie beispielsweise dem Anlegen von Unterkonten. Hast du ein Girokonto bei einer Direktbank, kann das Einzahlen von Bargeld mit Problemen verbunden sein. Weil digitale Banken über keine eigene Infrastruktur verfügen, können Gebühren anfallen, wenn du die Automaten fremder Banken nutzt. Um ihre Kunden zu entlasten, arbeiten Direktbanken deshalb mit Partnern zusammen, wie beispielsweise Supermärkten oder Reisebanken. Dennoch solltest du vorsichtshalber prüfen, ob das Bargeldabheben kostenlos ist.