Gesetz zu Verbraucherkrediten: Onlineshopping wird strenger reguliert
Autor: Klaus Heimann
Deutschland, Samstag, 04. Juli 2026
Online-Shopping wird mit "Buy now, pay later" (BNPL) für viele zur Schuldenfalle. Ein neues Gesetz sorgt nun für strengere Bonitätsprüfungen und mehr Verbraucherschutz bei dieser Zahlungsmethode.
Wer beim Onlineshopping als Kunde PayPal oder Klarna nutzt, muss sich auf strengere Bonitätsprüfungen (Zahlungsfähigkeit) einstellen. Das neue Gesetz verpflichtet die Unternehmen, die Kreditwürdigkeit zu prüfen, bevor sie Nutzern einen Kauf in 30 Tagen oder auf Raten anbieten. Diese Zahlungsmethode ist bekannter unter dem Kürzel BNPL: Jetzt kaufen, später bezahlen ("Buy now, pay later" (BNPL)).
Was verbirgt sich hinter der Zahlungsmethode BNPL?
Das Problem bei "Jetzt kaufen, später bezahlen" ist einfach erklärt: Mehrere kleinere Kredite sind bei verschiedenen Online-Shops parallel möglich. So kann der in Finanzfragen Ungeübte schnell den Überblick über offene Rechnungen verlieren. Schulden häufen sich an, es droht Überschuldung.
Eine Umfrage der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zeigt: Das Aufschieben von Zahlungen kann riskant sein – vor allem für junge Verbraucherinnen und Verbraucher. Ein knappes Viertel der unter Dreißigjährigen hat beim Onlineshopping mit der "Buy now, pay later-Methode" schon einmal den Überblick über offene Rechnungen verloren. Das Resultat dieser 'verführerischen Methode' ist, dass eine große Zahl von Menschen überschuldet ist. Nach den Zahlen aus dem SchuldnerAtlas der Auskunftei Creditreform waren das 2025 rund 5,7 Millionen Bürger.
Betroffen seien zunehmend auch jüngere Menschen von offenen Verbindlichkeiten bei Online- und Versandhändlern. Im Jahr 2024 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts 40 Prozent derjenigen, die eine Schuldnerberatung aufsuchten, 20- bis 24-Jährige bei Firmen dieser Branche verschuldet. Im Bundestag wiesen mehrere Redner in der Debatte über das Gesetz zu den Verbraucherkreditverträgen darauf hin, dass jeder fünfte Mensch unter 30 inzwischen Schulden hat, oft begünstigt durch Zahlungsdienste, die das Ausgabeverhalten durch einfaches späteres Bezahlen fördern.
Was soll sich mit dem Gesetz zu den Verbraucherkrediten ändern?
Künftig unterliegen Zahlungsmethoden wie (BNPL), auch bei einem 'Mikrokredit' von unter 200 Euro, ebenso wie zunächst zinsfreie BNPL-Kredite und Ratenkredite mit einer Laufzeit von unter drei Monaten den gleichen Regeln wie höhere und länger laufende Verbraucherkredite.
Der Gesetzgeber hat dazu eigens das Gesetz gegen die Verschuldung beim Onlineshopping beschlossen. Offiziell heißt es "Gesetz zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2023/2225 über Verbraucherkreditverträge". Der Name deutet schon an, dass es hierbei um die Umsetzung der EU-Richtlinie 2023/2225 aus dem Jahr 2023 in deutsches Recht geht.
Künftig unterliegen Zahlungsmethoden wie BNPL den gleichen Regeln wie reguläre Verbraucherkredite. Es geht immer darum, die Kreditwürdigkeit des Kunden zu prüfen. "Dies birgt die Gefahr, dass insbesondere jüngere Verbraucherinnen und Verbraucher durch den Abschluss einer Vielzahl solcher Verträge, selbst wenn die jeweiligen Einzelbeträge für sich betrachtet nicht besonders hoch sind, den Überblick über ihre Verbindlichkeiten verlieren und in eine Überschuldungsspirale geraten", heißt es dazu in der Begründung zum Gesetz.